Konstruktiver Wirtschaftsdialog der IHK mit Minister Duin

2013-05-03 14.43.12Gütersloh. „Auf dem Weg zur Region der Spitzentechnologie sind wir für jede Unterstützung aus Düsseldorf dankbar“ – diesen Appell richtete Ortwin Goldbeck, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK), am 03.05.2013 beim IHK-Besuch des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministers Garrelt Duin an ihn. Goldbeck begrüßte es sehr, dass der Minister auf seiner Dialogtour die einzelnen IHK-Bezirke im Land besucht, um mit den Unternehmerinnen und Unternehmern vor Ort ins Gespräch zu kommen. Dazu zählte der Betriebsbesuch bei Miele in Gütersloh, an dem mehr als zwanzig namhafte ostwestfälische Unternehmensvertreter teilnahmen.

Ostwestfalen ist mit seinen mittelständisch geprägten Familienunternehmen eine starke Wirtschaftsregion. Die regionale Kooperation ist vorbildlich. Es ist für mich spannend zu hören, was die Unternehmer hier von der Politik erwarten und wo sie Unterstützung brauchen. In den Dialog mit der Wirtschaft vor Ort einzutreten ist für mich kein Selbstzweck, sondern eine Selbstverständlichkeit, sagte Minister Duin beim Unternehmergespräch.

Damit die Region Ostwestfalen in Zukunft ihre hervorragende Struktur der mittelständischen, familiengeführten Unternehmen beibehalten könne, gelte es, ihre industrielle Stärke und den breiten Branchenmix zu erhalten, erläuterte Goldbeck. Dafür sollte alles getan und die Weichen heute richtig gestellt werden. Insbesondere müsse die Innovationslandschaft in OWL gestärkt werden, damit die Betriebe vor Ort über eine enge Anbindung an die Wissenschaft verfügten. Wirtschaft und Wissenschaft wüchsen in Ostwestfalen zwar zusammen, was man am gewonnenen Spitzenclusterwettbewerb und dem Projekt „it’s OWL“ beobachten könne. „Uns ist jedoch klar, dass wir einen gewissen strukturellen Nachteil gegenüber den saugenden Ballungsräumen haben. Deshalb müssen wir noch aktiver als andere sein, um uns im Wettbewerb um Talente und Unternehmen auf Dauer zu behaupten“, betonte der IHK-Präsident. „Dabei erwarten wir, dass der Düsseldorfer Blick nicht ab Dortmund unschärfer wird, sondern dass die Weiterentwicklung der wirtschaftsstarken Regionen im ostwestfälischen Raum mit gleicher Intensität verfolgt wird wie wir das bei anderen Regionen im Land auch gewohnt sind.“

Ein weiteres Diskussionsthema war die Flächenpolitik. Dazu verdeutlichte Goldbeck, OWL dürfe nicht mit dem Ruhrgebiet und seinen großen Brachflächen verglichen werden. Unternehmen benötigten Fläche, um zu wachsen. Niemand wolle die Landschaft unnötig versiegeln, aber die Betriebe müssten Chancen für Ansiedlung und Erweiterung in Ostwestfalen behalten.

Darüber hinaus ging der IHK-Präsident auch auf die für die Wirtschaft unerlässliche Weiterentwicklung der Infrastruktur in Ostwestfalen ein. Er warb beim Minister speziell für dessen Unterstützung für eine schnelle Fertigstellung der Autobahnlücken A30 und A33 sowie für einen vierspurigen Ausbau der Bahnstrecke von Minden nach Hannover.

Zum Thema Energiewende verwies Goldbeck auf das im Dialog angeführte Beispiel eines energieintensiven Unternehmens, in dem die Unsicherheit mit Blick auf die Frage nach Versorgungssicherheit, steigenden Kosten und energiepolitischen Perspektiven sehr deutlich wurde. Goldbeck: „Speziell Industrieunternehmen machen sich Sorgen um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit angesichts drastisch steigender Energiepreise in Deutschland.“

Foto: Tim Hildebrandt