Klinikum Gütersloh Prüfzentrum für deutsche Prostatakrebs-Studie „PREFERE“

2013_2_13_Prefere Prostatakrebs-1Gütersloh. Prostatakrebs ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung des Mannes. Kontinuierlich forscht die medizinische Wissenschaft für noch bessere Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten. Auch das Prostatakarzinom Zentrum des Klinikum Gütersloh trägt zum Fortschritt bei und beteiligt sich als eines von rund 100 Prüfzentren aus ganz Deutschland an der weltweit einmaligen Studie „PREFERE“.
Welche Ersttherapie ist am effektivsten, welche hat die wenigsten Nebenwirkungen? „Wir schulden unseren Patienten eine Antwort“, betont Zentrumsleiter PD Dr. Rüdiger Klän die Dringlichkeit sich an der Studie zu beteiligen. Die Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms werde öffentlich häufig in Frage gestellt. Vor allem der im Rahmen der Früherkennung genutzte so genannte PSA-Test (ein erhöhter Wert im Blut deutet auf eine Krebserkrankung hin) stoße auf Kritik. Wird zu schnell operiert? Die Patienten seien verständlicherweise verunsichert.
Mit der Studie werden nun erstmals die vier zur Erstbehandlung beim lokal begrenzten Prostatakrebs empfohlenen Methoden miteinander verglichen: die vollständige Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie), die Strahlentherapie von außen über die Haut (perkutane Strahlentherapie), die Bestrahlung durch dauerhaft in der Prostata platzierte, kleine Strahlenquellen (permanente Seed-Implantation oder Brachytherapie) und eine aktive Überwachung („Active Surveillance“) mit regelmäßigen medizinischen Kontrollen, bei der die Behandlung einsetzt, wenn die Erkrankung fortschreitet. Die Studie ist auf eine Laufzeit von 17 Jahren angelegt und wird ausschließlich von der Deutschen Krebsgesellschaft und den Krankenkassen finanziert. Ziel ist es, mit größtmöglicher Zuverlässigkeit Daten zur Wirksamkeit für alle vier Optionen und damit eine höhere Entscheidungssicherheit für zukünftige Patienten zu gewinnen.
Patienten, die sich für die Teilnahme an der Studie entscheiden können sich sicher sein, in jedem Fall eine leitliniengerechte Therapie zu erhalten (kein „Ausprobieren“ neuer Therapien) und von erfahrenen Spezialisten in Studienzentren mit nachgewiesen hoher Behandlungsqualität behandelt zu werden. Sie werden nach der Therapie für mindestens 13 Jahre sehr sorgfältig ärztlich betreut und beobachtet.

Die langjährige Erfahrung in der Behandlung von Krebspatienten und das breit gefächerte Leistungsspektrum des Prostatakarzinom Zentrums Gütersloh waren ausschlaggebend für die Anerkennung zum Prüfzentrum. Doch nur durch die Zusammenarbeit mit den an der Behandlung beteiligten Einrichtungen und Fachärzten ist eine umfassende Betreuung möglich. „Um diese Studie erfolgreich durchzuführen, ist vor allem die enge Vernetzung mit den niedergelassenen Urologen unerlässlich“, sagt Oberarzt Dr. Hans-Christian Schoop. Patienten, die für die Teilnahme geeignet sind, können jederzeit in Absprache am Zentrum angemeldet werden.

Weitere Informationen erhalten betroffene Männer bei ihrem behandelnden Urologen oder im Sekretariat der Klinik für Urologie unter Tel.: 05241-8324602 und im Internet unter www.klinikum-guetersloh.de/prostata.

BU: Gründen neues Prüfzentrum am Klinikum Gütersloh (v. l.): Dr. Sylvia Sänger (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf), PD Dr. Rüdiger Klän und Dr. Hans-Christian Schoop (beide Prostatakarzinom Zentrum Gütersloh) und Roswitha Bussar-Maatz („PREFERE“-Studienzentrale Berlin).