Klimaschutzpreis 2012

Rheda-Wiedenbrück. Der Umweltpreis der Stadt Rheda-Wiedenbrück wurde am Donnerstagabend an den Biohof Frenser in Lintel verliehen. „Der Oscar für das Jahr 2012 geht ganz klar an Sie“, beglückwünschte Bürgermeister Theo Mettenborg Elisabeth Frenser und Friederike Wandmacher, die den Hof 2006 auf ökologische Landwirtschaft nach den Kriterien des Bioland-Verbandes umgestellt haben und gemeinsam betreiben. Die beiden Frauen bewirtschaften 10 Hektar Acker und Wiesen und erzeugen biologische Lebensmittel. Mettenborg nannte in seiner Laudatio gleich zehn gute Gründe, warum der Biohof erstmals alleine den Preis bekommen hat. Schon 18-mal wurde der Preis verliehen, seit 2006 als Klimaschutzpreis mit einem von der RWE Deutschland AG gestifteten Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro. Das wurde bisher an mehrere Bewerber aufgeteilt. „Wir waren von der Bewerbung so überzeugt, dass die gesamte Jury den Preis ungeteilt dem Biohof zugesprochen hat“, betonte Umweltberaterin Dorothee Kohlen. Der Hof hatte sich unter vier Bewerbern durchsetzen können. Unter dem Motto „Erhalten durch Aufessen“ hatten sich Frenser und Wandmacher beworben. Zu den zehn guten Gründen gehören die eigene Futterproduktion – nur Weizen wird von einem anderen Biohof zugekauft, die artgerechte Tierhaltung, die Öffnung des Hofes für Besucher insbesondere für Kinder, die Züchtung von Lippegänsen und den Bentheimer Schweinen. Beide Rassen sind bedrohte Haustierrassen, die auf dem Hof Frenser gepflegt werden. Ferner werden dort 15 Ziegen gehalten sowie 50 Hühner. Im Bereich der Hühnerhaltung wird mit sogenannten Zweinutzungshühnern (Tiere für Fleisch und Ei in einem) versucht, gegen den Trend von Masthühnern, Legemaschinen und Massentierhaltung zu agieren. Für den Ausbau dieses Bereiches soll das Preisgeld eingesetzt werden. Den benötigten Strom für die Ställe und das Wohnhaus liefert eine Photovoltaikanlage. Für die Warmwasseraufbereitung gibt es eine solarthermische Anlage. Zudem engagiert sich der Betrieb in der Umwelterziehung. Der außerschulische Lernort im Rahmen der OGGS wird regelmäßig von Kindern der Europaschule Nordhorn besucht. Die Kinder lernen dort den Umgang mit der Natur, den Tieren und der damit verbundenen Arbeit. Auch für die Ferienspiele steht der Hof zur Verfügung. Unter dem Motto „Zur Ruhe kommen“ führt die Caritas dort in einem großen Tipi mit Feuerstelle Angebote für trauernde Kinder durch. Auch dafür ist der Biohof ein optimaler Rückzugsort. „Wir sind froh, dass wir dort sein dürfen, denn Tiere spenden ganz viel Trost“, erklärte Thomas Plugge von der Caritas, der unter anderem auch einer der Trauerbegleiter ist. Die beiden Frauen bedankten sich für die Verleihung des Preises, der ihnen von Manfred Rickhoff von der RWE überreicht wurde. „Bei uns dürfen Hühner noch Hühner sein und Schweine sich draußen unter freiem Himmel im Dreck wälzen“, betonten sie und luden die Anwesenden gleich zu hausgemachter Leberwurst, Frikadellen, Käse und Brot ein. Die auf dem Hof erzeugten Produkte werden in der Region selbst vermarktet. Am Wochenende können Kunden auch direkt bei Frenser an der Kapellenstraße einkaufen.

Bild: Stadtverwaltung Rheda-Wiedenbrück