Klimaschutzkonzept der Stadt Gütersloh

„Lokale CO2-Emissionen 2011 nach Sektoren“

Gütersloh. Als ersten Schritt zur Aufstellung des Klimaschutzkonzepts für die Stadt Gütersloh hat das Energiebüro e&u jetzt die CO2-Bilanz 2011 für die Gesamtstadt fertig gestellt.

In dem vom Bundesumweltministerium geförderten und von den Stadtwerken Gütersloh finanziell unterstützten Projekt eines „integrierten Klimaschutzkonzepts“ sollen im Laufe eines Jahres die klimarelevanten Bereiche in der Stadt durchleuchtet und auf weitere CO2-Minderungspotenziale hin untersucht werden. Die aktuelle Bestandsaufnahme liegt jetzt vor und ist auch im Internet unter www.umwelt.guetersloh.de zu finden.

Die absolute Menge an Kohlendioxid (CO2), die 2011 in Gütersloh bei der Nutzung von Energieträgern wie Strom, Gas, Öl oder Kohle freigesetzt wurde, betrug 746.730 Tonnen oder im Mittel 7,7 Tonnen pro Einwohner. Da 2011 ein relativ warmes Jahr war und entsprechend weniger Heizenergie verbraucht wurde, erhöht sich dieser Wert auf rund 8,7 Tonnen pro Einwohner, wenn man ihn auf ein Durchschnittsjahr umrechnet.

Nach Energieträgern sortiert dominiert beim Energiebedarf (in Kilowattstunden, kWh) mit großem Abstand Erdgas (53%), gefolgt von Strom (28%) und Heizöl (16%). Andere Energiequellen sind fast zu vernachlässigen. Wegen des höheren spezifischen Emissionsfaktors von Strom verursacht allerdings der Stromverbrauch in Gütersloh die höchsten CO2-Emissionen (38%), dicht gefolgt vom Gas (37%). Mit großem Abstand folgen Heizöl (14%) und der örtliche Verkehr (10%).

Den weitaus größten Anteil am lokalen CO2-Ausstoß verursachen mit rund 56% Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und Industrie. Allein die drei großen Unternehmen Bertelsmann, Miele und Pfleiderer tragen hierzu gut die Hälfte bei. Es folgen die Haushalte mit 34% und der örtliche Verkehr mit rund 10%. Die kommunalen Einrichtungen (z.B. Rathaus, Schulen, Sportstätten, Feuerwehr, Straßenbeleuchtung und Verkehrsampeln, Stadtentwässerung) tragen dagegen nur 1,2% des gesamtstädtischen Kohlendioxidausstoßes bei.

Um eine wesentliche Reduzierung des Energieverbrauchs und damit des Kohlendioxidausstoßes zu erreichen, sollte man sich also vorrangig auf das Gewerbe konzentrieren, und hier insbesondere auf die kleinen und mittleren Betriebe, da die Großbetriebe viele Hausaufgaben bereits erledigt hätten, so eine Empfehlung der Gutachter. Weitere wichtige Ziele seien die Erhöhung des Anteils von Strom aus regenerativen Quellen und der Kraft-Wärme-Kopplung, die Nutzung von bislang ungenutzter Abwärme und erneuerbarer Wärme wie zum Beispiel Sonnen- und Erdwärme sowie die Steigerung der energetischen Sanierungsrate von Altbauten.

Diese Bereiche werden ab Ende Februar in drei Workshops mit Experten beraten, um dann im April mit ersten konkreten Vorschlägen die Bürgerbeteiligung beginnen zu können.

Bild: Stadt Gütersloh