Klimaschutz ohne Einschränkungen im Kreis Lippe

Sprachen über Klimaschutz und Erneuerbare Energien im Kreis Lippe (von links): Berthold Lockstedt (Kreis Lippe), Christoph Hüls, Landrat Friedel Heuwinkel, Prof. Dr. Claudia Kemfert, Dr. Ute Röder (Kreis Lippe), Energieberater Reiner Tippkötter und Roland Bent. Foto: Kreis Lippe

Sprachen über Klimaschutz und Erneuerbare Energien im Kreis Lippe (von links): Berthold Lockstedt (Kreis Lippe), Christoph Hüls, Landrat Friedel Heuwinkel, Prof. Dr. Claudia Kemfert, Dr. Ute Röder (Kreis Lippe), Energieberater Reiner Tippkötter und Roland Bent. Foto: Kreis Lippe

Lippe. „Nicht Öko, sondern Ökonomin“, das betont Prof. Dr. Claudia Kemfert, wenn sie über Klimaschutz spricht. Die renommierte Wirtschaftsexpertin auf dem Gebiet der Energieforschung war jetzt zu Gast beim Kreis Lippe. Sie ist sich sicher: „Klimaschutz lohnt sich, nicht nur für die Umwelt und fürs gute Gewissen, sondern auch finanziell“. Auch der Kreis hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Klimaschutz in Lippe voranzutreiben – und das alltagskompatibel. Wie das aussehen kann, erfuhren rund 150 Vertreter aus den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Politik bei der Startveranstaltung „Klimaschutzkonzept Kreis Lippe“. 

In den kommenden Monaten möchte der Kreis mit unterschiedlichen Aktionen und Veranstaltungen den Lipper an die Hand nehmen und aufzeigen, dass Klimaschutz nicht hochwissenschaftlich sein muss, sondern im täglichen Leben integriert werden kann. Dafür will sich die Verwaltung Partner ins Boot holen und ein Klimaschutznetzwerk mit allen relevanten Akteuren in Lippe aufbauen – angefangen bei den Städten und Gemeinden bis hin zu Energieversorgern und der heimischen Wirtschaft. Mit Christoph Hüls, Geschäftsführer der Stadtwerke Detmold, und Roland Bent, Geschäftsführer von Phoenix Contact, sprach Moderator Thorsten Wagner dann auch über Potentiale und Risiken, die aktiver Klimaschutz mit sich bringt. Eine regionale Wertschöpfung, „Strom vor Ort“, Arbeitsplätze in der Region halten und ausbauen und eine nachhaltige Entwicklung der Region fördern: Das waren nur einige der Stichpunkte, die angeführt wurden. Natürlich kehrt die Verwaltung auch vor der eigenen Haustür: „Wir wollen als gutes Beispiel vorangehen“, betonte Landrat Friedel Heuwinkel und zeigte die zahlreichen Energieaktivitäten des Kreises auf. Der Einsatz von E-Mobilen als Dienstfahrzeuge oder die Photovoltaikanlage auf den Kreishausdächern seien zwar nur kleine Mosaiksteine, aber dennoch Teil eines großen Ganzen. Bereits 2008 habe der Kreistag beschlossen, Neubauten grundsätzlich nur noch im Passivhausstandard zu bauen, bei der Sanierung von Bestandsbauten Passivhauskomponenten einzusetzen und bei allen Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen die Nutzung regenerativer Energien zu berücksichtigen. „Wir wollen die Bevölkerung vor Ort in dem Bewusstsein stärken, in einem lebendigen und zukunftsträchtigen Kreis zu wohnen und zu arbeiten und deutlich machen, dass Umweltschutz keine Einschränkungen mit sich bringen muss“, sagte Heuwinkel.

In den kommenden Monaten soll nun ein Klimaschutzkonzept für den Kreis Lippe entwickelt werden, bei dem die lippischen Bürger aktiv mit eingebunden werden. In regelmäßigen Abständen werden die Zwischenstände öffentlich bekannt gemacht.