Kein Abschluss ohne Anschluss beim Übergang von der Schule in den Beruf

IMG_4283üaBielefeld. Die Agentur für Arbeit Bielefeld richtete in diesem Jahr den fünften Arbeitgebertag aus. Am 06. Juni trafen sich rund 60 Gäste der Arbeitsagentur im Lichtwerkkino im Ravensberger Park, um über das Neue Übergangssystem von der Schule in den Beruf in Bielefeld und Gütersloh zu sprechen. 

Heute die Fachkräfte von morgen sichern! Ein künftig immer wichtigerer Faktor für Unternehmer und deren wirtschaftlichen Erfolg. Als Hauptredner der Veranstaltung erläuterte Prof. Dr. Reinhold Weiß, ständiger Vertreter des Präsidenten und Forschungsdirektors des Bundesinstituts für Berufsbildung, in seinem Impulsvortrag die Gestaltung der Übergänge und die daraus entstehende gemeinsame Aufgabe für Staat und Wirtschaft. Durch die Veranstaltung führte Mario-Alexander Unger, Moderator von Radio Gütersloh.

Seit einigen Jahren lädt die Agentur für Arbeit Bielefeld zum Arbeitgebertag ein. Dieses Jahr in Form eines Businesstalks. Das neu entwickelte Veranstaltungsformat umfasst einen Impulsvortrag und eine Podiumsdiskussion zum Thema. Fragerunden und Gespräche wechseln sich mit kurzweiligen Theaterszenen ab, die ein pointiertes Licht auf das Thema des Tages werfen und Perspektiven öffnen – für tiefer gehende Gespräche. „Uns geht es nicht um trockenes Dozieren. Vielmehr verstehen wir unseren BUSINESS TALK als eine kommunikative Plattform für alle Entscheider aus Wirtschaft und Politik“, erklärt Thomas Richter, Leiter der Bielefelder Agentur für Arbeit.

Ziel der BUSINESS TALK Veranstaltung ist, neue Impulse für die Arbeitswelt der Zukunft zu setzen und den Austausch unter den Unternehmen in der Region zu fördern. „Wir setzen gezielt Themen auf die Agenda, die unsere Arbeitgeberkunden zukünftig beschäftigen werden. Die Fachkräftefrage ist hier ein Thema, das schon lange wichtig ist und auch künftig immer wichtiger wird“, meint Antje Noack, Teamleiterin des Arbeitgeberservices in Bielefeld. Und das in einer entspannten Lounge-Atmosphäre, die zur lockeren Meinungsbildung und offenen Diskussionen einlädt.

Vergangenen Donnerstag folgten rund 60 Gäste, vorwiegend Vertreter der mittelständischen Wirtschaft, aber auch zahlreiche Kommunalpolitiker und Vertreter von Kammern und Verbänden der Einladung zum Arbeitgebertag.

In seinem Vortrag stellt Prof. Dr. Weiß unterschiedliche Thesen zum Ausbildungsmarkt vor. Beispielsweise dass sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt für die jungen Menschen grundlegend verbessert hat, sich die Matching-Probleme dennoch zum Teil verschärft haben. Er berichtete, dass die Einmündungen in den Übergangsbereich rückläufig sind, aber immer noch zu hoch und stellte resümierend fest, dass die Verbesserung der Übergänge von der Schule in die Berufsausbildung ein abgestimmtes Konzept unterschiedlicher Maßnahmen erfordert.

Die Stellungnahme des BIBB-Hauptausschusses im Juni 2011 stellt hierzu fest: „Der Hauptausschuss fordert deshalb Bund und Länder gemeinsam auf, die Angebotsvielfalt am Übergang zwischen Schule und Berufsausbildung zu sichten mit dem Ziel, diese zu reduzieren, zu bündeln und besser aufeinander abzustimmen sowie die vorhandenen Instrumente zu schärfen.“

Auf den Vortrag des Bildungsexperten Weiß folgte die Expertenrunde. Jobst Hilker, Geschäftsführer der Bielefelder Arbeitsagentur, leitete in einem kurzen Vortrag in das Thema „Neues Übergangssystem“ ein und übergab an die moderierte Podiumsrunde. Diese bestand aus Martina Lücking, Leitung Kommunale Koordinierung Übergang Schule Beruf Jugendberufshilfe der Rege mbH in Bielefeld, Kathrin Adämmer, Leitung der Kommunalen Koordinierung Übergang Schule Beruf des Bildungsbüros im Kreis Gütersloh, Wolfgang Gerlich, Ausbildungsleiter der Stadtwerke Bielefeld, Manfred Walter, Schulleiter der Realschule Senne und Thomas Richter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bielefeld.

Hierbei wurden Fragen diskutiert und besprochen wie: Was genau ist die Berufsfelderkundung und wie kann ich mich als Unternehmen beteiligen? Was erwartet die koordinierende Stelle von den Unternehmen der Wirtschaft? Wie verbindlich ist die Anschlussvereinbarung für die Jugendlichen? Welche Aufgaben haben die koordinierenden Stellen, die Wirtschaft und örtliche Agentur für Arbeit?

Einig waren sich in der Runde alle, der Übergang von der Schule in Beruf ist eine gemeinsame Aufgabe für alle Partner. Eine große Verantwortung liege jedoch auch bei den Eltern, die ihre Kinder bei der Berufswahl entscheidend beeinflussen. Hierbei verlieren sowohl die Eltern als auch die Jugendlichen schnell den Überblick über die in den letzten Jahren gewachsenen, häufig auch unbekannten, Berufe. Man müsse die Jugendlichen so früh wie möglich unterstützen, hierfür sind Schulen, die bereits mit Unternehmen der Wirtschaft kooperieren, ein großes Vorbild und werden diese Netzwerke auch weiter ausbauen.

„Das Thema unserer Veranstaltung wird uns auch weiterhin beschäftigen und begleiten. Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf zu unterstützen ist für alle Seiten wichtig. Ich denke das haben wir mit der heutigen Veranstaltung auch unterstrichen. Der Austausch mit den Unternehmen und den Netzwerkpartnern aus Wirtschaft und Politik ist uns sehr wichtig. Es wurden heute Impulse aufgegriffen und sicherlich künftig umgesetzt“, resümiert Richter am Ende der Veranstaltung.