Arbeit für den Frieden

IMG_1897Paderborn. Sie sind jung und reiselustig. Sie kommen aus Russland, Weißrussland, der Ukraine, Polen, Italien, der Türkei und aus verschiedenen Regionen Deutschlands. Ihre Ferien verbringen sie nicht am Strand, sondern auf Paderborner Friedhöfen. Fast zwei Wochen lang pflegen 21 Jugendliche und Erwachsene von 16 bis 25 Jahre die Kriegsgräber auf dem Paderborner Westfriedhof, Am Dörenkamp in Sennelager sowie am ehemaligen Schießstand des KZ Niederhagen in Wewelsburg. Kreisdirektor Dr. Conradi begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workcamps des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge offiziell im Paderborner Kreishaus. „Ihr Hiersein ist etwas ganz Besonderes. Europa trifft sich in Paderborn, um sich und neue Kulturen kennen zu lernen und dabei die Geschichte nicht zu vergessen“, sagte Conradi. „Sie sprechen unterschiedliche Sprachen und haben sicherlich viele gemeinsame Interessen“, so der Kreisdirektor. Dieses Verbindende zu stärken und das Trennende durch die Geschichte zweier Weltkriege zu überwinden, sei Ziel des Workcamps.

Zwei Wochen lang werden die Jugendlichen und Erwachsenen auf Feldbetten im Schulzentrum am Maspernplatz campieren. Organisiert hat dieses Workcamp der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“, lautet sein Motto. „Junge Menschen aus ganz Europa arbeiten an Gräbern von Menschen, die Opfer beider Weltkriege geworden sind. An den Gräbern der Kriegstoten die Motivation für Friedensarbeit und europäische Verständigung zu gewinnen, das ist die symbolische Botschaft dieses Projektes“ erläuterte Stefan Schmidt, Geschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe. Schmidt erläuterte, dass es auch erstaunlich sei, dass sich diesmal fünf Teilnehmer aus Deutschland gemeldet hätten, die sonst eher bei ähnlichen Workcamps die Gräber im Ausland pflegten. Eine große Rolle spiele die internationale Begegnung und das gegenseitige Kennenlernen. Deshalb bleibe neben der Arbeit an den Gräbern und für den Frieden viel Zeit für gemeinsame Erlebnisse und Erkundungen in der Region. Auf dem Programm stehen u. a. eine Stadtführung durch Paderborn, die Wewelsburg, die Westfalen-Therme Bad Lippspringe, der Flughafen Paderborn/Lippstadt, der Safari-Park Stukenbrock und als Beispiel für „typisch deutsche Kultur“ der Besuch eines Schützenfestes.

Das Workcamp in Paderborn ist eines von 44, die der Volksbund in diesem Sommer organisiert. Sie finden in 17 europäischen Staaten statt. Mit seiner international ausgerichteten Jugendarbeit will der Volksbund die jüngere Generation anregen, sich auch mehr als 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit den Ursachen und Folgen von Kriegen auseinanderzusetzen und sich aktiv für internationale Verständigung einzusetzen.

Der Volksbund pflegt im Auftrag der Bundesregierung ca. 2,5 Mio. deutsche Kriegsgräber auf 832 Kriegsgräberstätten in 45 Ländern. Er finanziert seine Arbeit zu 70% aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen, 30% stammen aus Bundesmitteln.

Hinweis für die Medienvertreter: Das Workcamp findet statt vom 10. bis 24. August 2013. Sie können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Internationalen Workcamps auch persönlich kennen lernen und sich dabei am beigefügten Programm orientieren. Da sich das Programm kurzfristig wetterbedingt ändern kann, empfiehlt sich die vorherige Kontaktaufnahme zur Campleitung (Werner Dürdoth, Tel. 0171 4907031).

Bildunterzeile: Arbeit für den Frieden –  links im Bild Stefan Schmidt, ganz rechts Kreisdirektor Dr. Ulrich Conradi und links neben ihm Werner Dürdoth freuen sich über das Engagement der jungen Europäer, die zwei Wochen lang an Paderborner Kriegsgräbern arbeiten und dabei auch Land und Leute kennen lernen. Foto: Stadt Paderborn