In der verzauberten Welt des Zirkus

lightbox

Das Showballett gehört als einzige Artistengruppe fest zum Zirkus

Bielefeld (rsc). „Wetten, dass… wir sie begeistern?“ Dieses Motto hat sich der Zirkus Charles Knie gegeben, der am vergangenen Wochenende in Minden an der Kanzlers Weide gastierte und nun ab Mittwoch, den 22. August an der Radrennbahn in Bielefeld sein Publikum zu begeistern sucht. Und begeistern tut er.
Das Programm wechselt zwischen beeindruckender Akrobatik verschiedener Künstler, liebevollen Tierdressuren und herzerfrischender Comedy hin und her. Begleitet wird die gesamte Show vom zirkuseigenen Liveorchester.

Der Clown André versucht mit Hilfe des Publikums einen Drachen steigen zu lassen, arbeitet an einer Karriere als Sänger oder kämpft in der Badewanne gegen einen Hai. Dabei arbeitet er so geschickt mit Mimik und Gestik, dass man mit seinen energischen, ängstlichen, mutigen und ambitionierten Abenteuern richtig mitfiebern kann. Unschuldige Komik die nicht nur die Kinder zum Lachen bringt.
Das Artistenpaar Ives und Ambra interpretieren eine leidenschaftliche Liebesgeschichte mit Happy End mittels von der Zirkuskuppel herabhängender Tücher, an denen sie mit Leichtigkeit anspruchvollste Choreographien präsentieren. Begleitet vom schnellen Tangotakt und Ives‘ Livegesang reißen sie das Publikum schnell mit.
Ives Nichols, ein Jonglagekünstler, versucht seine skeptische Assistentin immer wieder von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Dabei wirbelt er Bälle, Kegel, Bumerangs und Hüte so schnell durch die Luft und um seinen eigenen Körper herum, dass dem Zuschauer fast schwindelig wird. Am Ende schafft Nichols es aber stets, seine Assistentin zu beeindrucken.

So treten neben diesen noch ein Bauchredner, mehrere verschiedene Artistenkünster, ein zirkuseigenes Ballettensemble und viele verschiedene Tierarten unter der Leitung des Dompteurs Marek Jama auf und präsentieren ihr Können ihrem Publikum. Jedem Artisten liest man die Freunde am Auftritt buchstäblich vom Gesicht ab.

Höhepunkt, besonders für die Kinder, bleibt aber der Auftritt von Elvis Errani und seinen drei Elefantendamen Baby, Jumba und Mala. In einer liebevollen Kooperation absolvieren sie ihren Auftritt mit einer echten Gelassenheit und Professionalität. Auch alle anderen Tiere, Zebras, Lamas, Antilopen und verschiedene Rinder- und Pferderassen lassen sich ohne weiteres von Jama führen.

lightbox

Sasha Grodotzki mit den Zebras

 Sasha Grodotzki, der Pressesprecher des Zirkus, betonte, dass die Tiere, wie die Artisten zum Zirkus gehören und als Partner betrachtet würden: „Ein Tier das gequält wird, reagiert aggressiv oder zieht sich zurück.“ Dass die Tiere in diesem Zirkus so zutraulich sind, hänge davon ab, dass sie keine Scheu vor dem Menschen haben. Tiere, die sich nicht wohl fühlen, verhielten sich anders. Marek Jama behandele sämtliche Tiere mit größtem Respekt.

Angesichts der Debatte um den Tierschutz in Zirkussen, die von der Tierschutzorganisation PETA kräftig angeheizt wurde, freut sich Grodotzki über den zusätzlichen Werbeeffekt, den sein Zirkus über die Kampagnen der PETA erhält.

 Das Zirkusleben an sich sei eine Sache, an die man sich gewöhnen müsse, meint Grodotzki. Aber für ihn, wie für Marek Jama sei das Leben in einem Wanderzirkus genau das Leben, dass sie immer gewollt haben. Grodotzki ist seit drei Jahren beim Zirkus Charles Knie, Jama seit 14 und er hofft, es in 10 Jahren immer noch zu tun. Die Arbeit ist abwechslungsreich und spannend. Das Programm wechselt regelmäßig, so dass immer neue Künstler den Zirkus bereichern. Im Normalfall würden Künstler für eine Saison engagiert, häufig würden die Verträge aber auf zwei oder drei Jahre verlängert. Engagiert werden die Künstler über Artistenagenturen, obwohl beim Direktor wöchentlich bis zu 30 Bewerbungen eingingen.

„Wir achten darauf, dass jeder Altersgruppe etwas geboten wird, aber niemals soviel, dass die anderen Altersgruppen sich langweilen“, erklärte Grodotzki. Wichtig sei, dass das Publikum mit hinein in die „verzauberte Welt des Zirkus“ genommen wird. Das schönste für ihn sei der Moment wenn Eltern mit ihren Kindern, die vor der Vorstellung noch gemeckert oder gestritten haben mit einem verzauberten Lächeln das Zelt nach einer Vorstellung verlassen.

Fotos: René Scharton