IHK: Zweijährige Ausbildungsberufe verzeichnen deutliches Plus

Bielefeld. Nach einer Auswertung der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) haben sich die zweijährigen Ausbildungsberufe noch positiver als der gesamte Ausbildungsmarkt in den IHK-Berufen in Ostwestfalen entwickelt. Während die Zahl der neuen IHK-Ausbildungsverträge seit der ersten Unterzeichnung des Pakts für Ausbildung im Jahre 2004 bis 2011 um 31 Prozent auf 8.134 neue Ausbildungsverträge gestiegen ist, haben sich die zweijährigen Ausbildungsberufe im selben Zeitraum von 430 auf 919 mehr als verdoppelt. Damit ist der Anteil zweijähriger Berufe an den insgesamt bei der IHK eingetragenen Ausbildungsverträgen im Vergleich zu 2003 von knapp sieben auf 11,3 Prozent gestiegen. „Wir begrüßen die zweijährigen Ausbildungsberufe als wichtigen Bestandteil der beruflichen Bildung. Sie bieten praktisch begabten Jugendlichen einen zukunftsträchtigen Berufsabschluss. Die Befürchtungen einer möglichen Erosion der betrieblichen Ausbildungskultur und Verdrängung drei- oder dreieinhalbjähriger Berufe teilen wir nicht“, betont IHK-Geschäftsführer Swen Binner.

Die bei Unternehmen und Jugendlichen im Vorjahr beliebtesten zweijährigen Ausbildungsberufe sind laut IHK-Statistik die der Verkäufer (556 Ausbildungsverträge) gefolgt von den Fachlageristen mit 118 neuen Ausbildungsverträgen. Dahinter folgen die Maschinen- und Anlagenführer (78), die Teilezurichter (38) sowie die Fachkräfte im Gastgewerbe (28). Von den 919 Ausbildungsverträgen wurden 439 (knapp 48 Prozent) mit weiblichen Auszubildenden abgeschlossen.

Für das laufende Ausbildungsjahr 2012 sind aktuell bereits 579 neue Ausbildungsverträge in den zweijährigen Berufen bei der IHK eingetragen worden, was einem Plus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt (564) entspricht. „Für die Entwicklung der Ausbildungsberufe sind im Wesentlichen die Tarifparteien verantwortlich. Wir befürworten die Entwicklung weiterer zweijähriger Ausbildungsberufe, um Jugendlichen mit praktischen Begabungen den Berufseinstieg zu erleichtern“, erläutert Binner.

Als eine Ursache für die positive Entwicklung sieht der IHK-Geschäftsführer die größere Notwendigkeit bei Unternehmen, angesichts zurückgehender Bewerberzahlen Jugendlichen eine Chance zu geben, die noch nicht für einen dreijährigen Ausbildungsberuf eingestellt werden. Noch wichtiger ist aus seiner Sicht eine andere Entwicklung: „Zweijährige Ausbildungsberufe gibt es nicht für alle Branchen. Gleichzeitig haben sich die Branchen wie die Metallverarbeitung, der Einzelhandel und die Logistik, in denen zweijährige Ausbildungsberufe angeboten werden können, in den letzten Jahren überproportional entwickelt. Auch die bessere Durchlässigkeit und vereinfachte Anrechnung auf drei- beziehungsweise dreieinhalbjährige Berufe haben zu diesem positiven Trend beigetragen.“