IHK Lippe führt Wirtschaftsgespräch in Schlangen

00079347_0005_002Lippe. Die IHK Lippe zu Detmold (IHK Lippe) lud zum Kommunalen Wirtschaftsgespräch im Bürgerhaus in Schlangen ein. Vertreter der Gemeinde, darunter Bürgermeister Ulrich Knorr, sowie der IHK Lippe stellten sich den Fragen der Unternehmen. „Mit dem Gespräch wollen wir eine Plattform schaffen, auf der sich Wirtschaft, Gemeindevertretung und IHK über die kleinen und großen Probleme vor Ort austauschen können“, machte IHK-Hauptgeschäftsführer Axel Martens das Ziel deutlich. Neben der Verbesserung des Standortimages interessierte die Firmenvertreter insbesondere die Haushaltslage sowie die anstehenden Planungen in der Gemeinde.

„Schlangen hat, im Unterschied zu vielen anderen lippischen Kommunen, den Vorteil der direkten Anbindung an die Bundesstraße 1 (B 1) und damit an das Oberzentrum Paderborn sowie die A 33“, betonte Knorr die Vorzüge seiner Gemeinde. Trotz der guten verkehrlichen Erreichbarkeit, der niedrigen Standortkosten und einer landschaftlich reizvollen Lage durch die Nähe zu Teutoburger Wald und Senne bestünden vor Ort aber durchaus noch Potentiale für weitere Ansiedlungen.

„Schlangen muss mehr für sich werben“, appelliert ein Teilnehmer in Richtung Verwaltung. „Vielen sind die Vorzüge unserer Gemeinde gar nicht bewusst, das muss sich dringend ändern“, so der Firmenvertreter. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung könnte die Verbesserung der Gewerbegebietsausschilderung an der B 1 bedeuten. Nach Aussage der Anwesenden würden vorbeifahrende Fahrzeuge erst bei der Ausfahrt in Richtung Schlangen auf das örtliche Gewerbegebiet aufmerksam. Um das Problem anzugehen, müsse das Gespräch mit dem Landesbetrieb Straßen in Bielefeld gesucht werden. Hierzu versprach die IHK ihre Unterstützung.

Dass der Gemeinde in punkto Standortoptimierung vielfach die Hände gebunden sind, wird bei der gegenwärtigen Haushaltslage deutlich. Seit 2010 befindet sich Schlangen in der Haushaltssicherung und damit unter Finanzaufsicht des Kreises. Einnahmen in Höhe von 12,3 Mio. Euro stünden Ausgaben von 14,4 Mio. Euro gegenüber.  „Durch die höhere Kreisumlage und sinkende Schlüsselzuweisungen ist es nahezu unmöglich, das Haushaltsdefizit aus eigener Kraft auszugleichen“, zeigt sich Schlangens Kämmerin Heike Steinmeier besorgt.

Die Gemeinde gestatte sich nur noch wenige freiwillige Leistungen, wie beispielsweise die Grünpflege, die Sportförderung und den Betrieb von Freibad und Stadtbücherei. Hier zu sparen würde aber dem Ziel zuwider laufen, den Standort attraktiver zu machen.

Als positives Signal für die Gemeinde wertete Knorr die Pläne für ein Wohn- und Pflegeheim. Er sieht dieses als einen ersten Schritt zur Gestaltung der gesellschaftlichen Entwicklung.

Bildunterschrift: Hatten viel zu besprechen: Axel Martens, Ulrich Knorr,  Heike Steinmeier, IHK-Planungsreferentin Jenny Krumov sowie der Verwaltungsleiter der Gemeinde Schlangen Frank Rayczik (v.l.n.r.). Foto: IHK Lippe