IHK: Landesentwicklungsplan-Entwurf schadet Wirtschaft im Kreis Herford

Bielefeld. Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) befürchtet, dass der neue Landesentwicklungsplan-Entwurfs (LEP NRW) die wirtschaftliche Entwicklung im Kreis Herford nachhaltig behindert. Er gefährde die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Arbeitsplätze im Wittekindskreis besonders, da hier auf Wachstumsimpulse gewartet werde. Die IHK kritisiert auch die Art und Weise, wie die Herforder Kreispolitik das Thema behandelt habe. „Der Beschluss des Kreistages wird der Bedeutung des Themas in keinster Weise gerecht“, beklagt Harald Grefe, stellvertretender IHK-Haupt-geschäftsführer.
In diesem Zusammenhang sei es auch sehr bedauerlich, dass der Landrat des Kreises Herford offenbar der einzige in Ostwestfalen-Lippe sei, der die so genannte „Detmolder Erklärung“ am 17. Februar nicht unterschreiben werde: „Dass sich der Kreis Herford an einem regionalen Votum gegen den LEP-Entwurf nicht beteiligt, ist für die IHK nicht nachvollziehbar“, so Grefe. „Damit grenzt sich der Kreis Herford bei einem wichtigen Zukunftsthema selbst aus“. Um in Düsseldorf Gehör zu finden, sei es wichtig, mit einer Stimme zu sprechen. Mehr regionales Denken in der Herforder Kreispolitik sei dringend erforderlich.
„Das von der Politik angestrebte Ziel im LEP-Entwurf, nur noch fünf Hektar pro Tag in NRW zu verbrauchen und danach auf „netto null“ zu kommen, wirkt sich als massive Wachstumsbremse aus und gefährdet die Wirtschaftsstärke der gesamten Region“, mahnt Grefe. Betriebserweiterungen und neue Gewerbestandorte würden dadurch erheblich erschwert oder gar verhindert.
Einzige Ausnahmen beim Flächensparen sollen Brach- und Konversionsflächen sein. „Die Kasernenstandorte in Herford sind für Industriebetriebe aufgrund der Lage an Wohngebieten aber nicht geeignet“, führt der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer weiter aus. Der Kreis Herford benötige vielmehr deutliche Wachstumsimpulse als derartige Regulierungen, die die Entwicklungsspielräume und kommunalen Planungshoheiten einschränkten. Ebenso reguliere der LEP-Entwurf innovative Ideen, indem er hohe bürokratische Planungshürden für Neuprojekte aufbaue, die Zeit und Geld kosteten.
„Dem LEP-Entwurf fehlt die Ausgewogenheit, denn ökologische Aspekte dominieren“, erklärt Grefe und ergänzt: „ An der Notwendigkeit, Flächen zu sparen und damit sorgsam umzugehen, besteht kein Zweifel. Allerdings funktioniert Ostwestfalen-Lippe anders, als es die Landesregierung plant“. Der ländlich-industrielle Kreis Herford erhalte seine Stärke durch die traditionellen Familienunternehmen des Mittelstandes. „Diese benötigen Standortsicherheit und Erweiterungsmöglichkeiten ohne bürokratische Hürden“, hebt Grefe abschließend hervor.