IHK-Konjunkturumfrage: Baugewerbe in Ostwestfalen sehr zufrieden

OWL. Die Bauwirtschaft ist mit ihrer momentanen Geschäftslage sehr zufrieden. Wie eine Sonderauswertung im Rahmen der aktuellen Herbst-Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) zeigt, bezeichnen über drei Viertel der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage mit „gut“, weitere 20 Prozent mit „befriedigend“ und nur drei Prozent mit „schlecht“.

„Der Wohnungsbau profitiert weiterhin von den niedrigen Zinsen, der guten Beschäftigungsentwicklung sowie dem gestiegenen Wohnraumbedarf gerade in den größeren Städten“, erläutert IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden.  „Der Wirtschaftsbau, also Investitionen in neue Produktionsstätten, Lagerhallen oder Bürogebäude, entwickelt sich ebenfalls dynamisch“, betont er.
Im ostwestfälischen Bauhauptgewerbe betrugen im Jahr 2016 die Umsätze der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten 1,4 Milliarden Euro (+ 8,7 Prozent im Vorjahresvergleich). Der Wohnungsbau trägt mit 267 Millionen Euro und einem Plus von 6,5 Prozent zum Gesamtumsatz bei, der gewerbliche Hochbau mit 538 Milllionen Euro (+9,2 Prozent), der öffentliche Hochbau mit 87 Millionen Euro (+11 Prozent) und der Tiefbau mit 507 Millionen Euro (+9 Prozent). Auch für das erste Halbjahr 2017 ist der Trend positiv: Die Gesamtumsätze liegen in diesem Zeitraum um sieben Prozent über dem Vorjahreswert.

Damit einher geht laut IHK-Umfrage eine hohe Auslastung der Betriebe, denn 73 Prozent geben an, zu mehr als 95 Prozent ausgelastet zu sein. Auch für die nächsten zwölf Monate wird mit einer hohen Auslastung gerechnet: 81 Prozent erwarten keine Veränderung und 19 Prozent sogar noch eine Verbesserung. „Begrenzender Faktor ist und bleibt der Fachkräftemangel“, hebt von der Heiden hervor. Neun von zehn der befragten Betriebe sehen im Fachkräftemangel ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Viele Bauunternehmen suchen händeringend Personal, um die Aufträge abarbeiten zu können. Die Lage am Arbeitsmarkt sorgt auch dafür, dass die Arbeitskosten – wenn auch mit gehörigem Abstand – in der Branche als drittgrößtes Risiko gelten (36 Prozent), knapp hinter den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (37 Prozent). Dennoch plant jeder zweite Betrieb, die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen.