IHK-Ausbildungsumfrage

Ostwestfalen. „Die Chancen für Ausbildungsstellenbewerber bleiben auch in diesem Jahr in Ostwestfalen gut: Unternehmen bemühen sich verstärkt um Bewerber für ihre Ausbildungsstellen und der doppelte Abiturjahrgang bietet den Firmen Möglichkeiten, die angebotenen Ausbildungsstellen besser als in den Vorjahren besetzen zu können“, lautet das Fazit von Swen Binner, Geschäftsführer Berufliche Bildung der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) zur Online-Umfrage zu den Ausbildungserwartungen für das Jahr 2013. Die Umfrage wurde im Rahmen der bundesweiten Befragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) bei ostwestfälischen IHK-Mitgliedsbetrieben durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 528 Unternehmen (2012: 505) daran.

Die IHK-Umfrage verdeutlicht, dass insgesamt 289 Unternehmen ihr Ausbildungsplatzangebot für 2013 konstant halten wollen. Bei den Betrieben mit weniger als fünf Auszubildenden wollen 46 mehr und 90 weniger Ausbildungsplätze anbieten. Bei den größeren Unternehmen mit fünf bis 15 Auszubildenden ergibt sich ein umgekehrter Trend: Danach planen 28 Firmen mehr und 18 weniger Aus-zubildende einzustellen. Bei Unternehmen mit bis zu 100 Auszubildenden planen 16 mehr und zehn weniger auszubilden. Binner: „Bei Gewichtung dieser Zahlen erwarten wir für 2013 einen leichten Anstieg der eingetragenen Ausbildungsverträge, da durch die höheren Bewerberzahlen die Chancen perspektivisch steigen, die angebotenen Ausbildungsstellen besser besetzen zu können.“

Laut der IHK-Umfrage konnten im Vorjahr 83 Unternehmen (16,6 Prozent) ihre Ausbildungsstellen nicht besetzen (Umfrage 2012: 64 Unternehmen, 13,4 Prozent). „Bei der Besetzung offener Ausbildungsstellen sind die Agenturen für Arbeit nach wie vor erster Ansprechpartner. Gut 60 Prozent der Betriebe melden ihre offenen Ausbildungsplätze immer. Allerdings ist der Anteil der Firmen, die ihre Ausbildungsstellen überhaupt nicht den Agenturen für Arbeit mitteilen, mit rund 21 Prozent zu hoch“, interpretiert Binner die Zahlen.

Auf die Frage, wie Unternehmen auf zu geringe Bewerberzahlen reagieren, fällt der deutlich steigende Anteil von Praktikaplätzen auf (32 Prozent, 2012: 28 Pro-zent, 2011: 21,8 Prozent). Gut 26 Prozent der Befragten kooperiert mit allgemeinbildenden Schulen. 13 Prozent planen, die Anforderungen an die Vorbildung von Bewerbern zu senken. Darüber hinaus sehen 41 Prozent der Unternehmen (absolut 210) Ausbildungshemmnisse, die sich auf ihr Ausbildungsverhalten aus-wirken. Davon beklagen knapp 72 Prozent die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger, 46,4 Prozent unklare Berufsvorstellungen, 24 Prozent einen zu hohen Berufsschulanteil sowie 18 Prozent eine zu große Entfernung zur Berufs-schule. Auf die mangelnde Ausbildungsreife reagieren 190 Unternehmen (54,3 Prozent) mit eigenen Angeboten zur Nachhilfe, über 36 Prozent nutzen ausbildungsbegleitende Hilfen der Agenturen für Arbeit und gut 23 Prozent Angebote für betriebliche Einstiegsqualifizierungen.

Binner betonte, die Unternehmen würden in Einzelgesprächen durch die IHK-Ausbildungsberater auf die Vorteile des Doppelabijahrgangs 2013 hingewiesen. Gleichzeitig werde sich die IHK in Absprache mit den Agenturen für Arbeit punktuell in die Vermittlung von Auszubildenden einschalten. Zudem werde am 17. Juni gemeinsam mit den Partnern des Ausbildungskonsenses und Unternehmensvertretern erneut ein „Tag der Ausbildungschance“ an sieben Standorten in Ostwestfalen durchgeführt. Des Weiteren würden die Aktivitäten zur Vermittlung von Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen sowie das Berufsstarterseminar „Fit in die Ausbildung“ verstärkt fortgesetzt.