Holzauge, sei wachsam!

Zwischen 14 und 17 Uhr finden an den Fachwerkhäusern "Gut Lippesee", Eingang Holthof, zum Tag des offenen Denkmals am 9. September stündlich Führungen statt. Hier stellen die Eigentümer Friedrich und Jan Hülsemann ihre wiedererrichteten Fachwerkbauten vor.

Paderborn (IP). Der diesjährige Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, rückt einen Rohstoff in den Blickpunkt, der gleichsam speziell und vielseitig ist: das Holz. Aufgrund seiner verhältnismäßig leichten Bearbeitung und Verfügbarkeit bei gleichzeitiger Solidität war es über Generationen das zentrale Baumaterial. Davon zeugen auch heute noch Gebäude, deren eingehendere Betrachtung mehr als lohnend ist. Zu diesem Zwecke bietet die Stadt Paderborn in Kooperation mit dem Diözesanmuseum, den Bereichen Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und dem Ortskuratorium Paderborn der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ein abwechslungsreiches Tagesprogramm.

Eine besondere Architektur, in der das Holz eine charakteristische Rolle spielt, ist die Fachwerkbauweise. Die tragenden Holzgerüste liegen an den Außenwänden jener Häuser offen zu Auge und erhalten dadurch ihren besonderen Charme. Gleich zwei Führungen beschäftigen sich mit dem historischen Fachwerkbau. Zum einen wird es am Fachwerkdoppelhaus an der Giersmauer 13-15 zwischen 11 und 16 Uhr stündliche Rundgänge geben. Das Doppelhaus wurde im 18. Jahrhundert erbaut und weist eine interessante Umbaugeschichte auf. Hinsichtlich Baukonstruktion, Größe und Proportion ist es das einzig erhaltene Beispiel dieser Architektur innerhalb der Paderborner Stadtmauer. Die Führungen werden von Dr. Bettina Heine-Hippler, beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe für den Denkmalschutz zuständig, durchgeführt und umfassen neben den geschichtlichen Darlegungen gleichsam Ausführungen zu aktuellen Umbauplänen des Fachwerkdoppelhauses für die VHS Paderborn.

 Die andere Führung, die sich mit der Fachwerkbauweise beschäftigt, findet stündlich zwischen 14 und 17 Uhr an den Fachwerkhäusern „Gut Lippesee“, Eingang Holthof, statt. Hier stellen die Eigentümer Friedrich und Jan Hülsemann ihre wiedererrichteten Fachwerkbauten vor. Die Häuser konnten zu großen Teilen in ihrer historischen Ausfachung erhalten werden und werden entsprechend genutzt. Sie sind wichtige Zeugnisse westfälischer Baugeschichte und ein reicher Fundus interessanten Wissens, das bei den Führungen vermittelt wird.

 
Wer Lust auf eine Landpartie hat, dem wird das Alte Forstamt in Durbeke zusagen. Hier erklären der Eigentümer und der Förster den Besuchern die Besonderheiten des im 19. Jahrhundert erbauten Forstamtes sowie der am historischen Vorbild orientierten Gartenanlage. Überdies werden Charakteristiken und Nutzen des angrenzenden Waldes ausführlich thematisiert. Zweimal, um 11 und um 15 Uhr, fährt an diesem Tag ein Bus zum Besichtigungsort und anschließend auch wieder zurück. Treffpunkt ist am Maspernplatz vor der Paderhalle. Für diese Tour ist eine Anmeldung erforderlich unter der Rufnummer 0173/2523572. Im Preis von sieben Euro sind die Busfahrt sowie Kaffee und Kuchen enthalten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

In der Werkstatt im Diözesanmuseum werden praktische Einblicke zum Thema „Holzrestauration“ gegeben. Fachrestaurator Andreas Ahlers wird den Besuchern die sachgerechte Erhaltung von Holzkunstwerken näher bringen. Stündlich zwischen 12 und 17 Uhr lädt er dazu herzlich ein. Treffpunkt ist jeweils im Foyer des Diözesanmuseums.

Einen Exkurs zum Thema Glas bietet Christoph Sander von der Glasmalerei Peters. Um 11.15 Uhr wird er im Anschluss an den Gottesdienst, vom Westportal ausgehend, interessierten Besuchern die Triforienfenster der Abdinghofkirche erläutern. Der Fokus wird hierbei auf der handwerklichen Entstehung und der Bedeutung der Fenster liegen.

Die Informationen über die Paderborner Aktionen zum Tag des offenen Denkmals liegen übersichtlich in Form eines Flyers vor, der in öffentlichen Einrichtungen im Stadtgebiet ausliegt. Er ist auch im Internet abrufbar unter www.paderborn.de.

 Fotos: Stadt Paderborn