Hohenzollernstraße ist „Testfall“

Brötchentaste 2Gütersloh (gpr). Die Hohenzollernstraße wird zum Testfall. Fünf Wochen nach einem entsprechenden Beschluss des Planungsausschusses wurden die Parkautomaten jetzt auf 15 Minuten kostenloses Parken und die Heraufsetzung der Höchstparkdauer auf zwei Stunden statt einer umgerüstet. „Brötchentaste“ nennt der Volksmund das Kurzzeit-Angebot, das besonders dem schnellen Einkauf in den anliegenden Geschäften zu Gute kommt. Parallel zur Einführung der „Brötchentaste“ erfolgt auch in dem Bereich die Beschilderung zu einem „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ – in dem max. 20 km/h erlaubt sind – wie es der Gesetzgeber vorschreibt.

Mit dem Vorschlag einer Testphase hatte die Verwaltung die Eingabe von Anliegern und Geschäftsleuten aus der Hohenzollern aufgenommen, die der Bürgermeisterin Anfang Februar rund 700 Unterschriften für eine Änderung der bisherigen Parkregelungen übergeben hatten. Für die schnelle Reaktion gab es damals ausdrückliches Lob für den Stadtbaurat von Seiten der politischen Vertreter. Zuvor hatte sich Henning Schulz mit klaren Worten allerdings gegen Begriffe wie „Abzocke“ im Zusammenhang mit der Diskussion um das neue Parkraumbewirtschaftungskonzept gewandt, das – mehrheitlich von der Politik beschlossen – erst im vergangenen Jahr eingeführt worden war.

Er hatte darauf verwiesen, dass ein Parkraumkonzept vorrangig „ordnende Effekte“ zum Ziel habe. So müsse die Erreichbarkeit der Innenstadt für viele nicht zuletzt durch eine Wechselquote sicher gestellt sein. Schulz betonte aber auch, dass die Benutzbarkeit des öffentlichen Raums ein Wert an sich sei, der gepflegt werden müsse, was nicht zum Nulltarif zu haben sei. Man könne der Verwaltung nicht vorwerfen, wenn sie diese Aufgabe erfülle.

Der Stadtbaurat hatte damals für den Testfall Hohenzollernstraße auch noch eine andere Alternative aufgezeigt: Beibehaltung der „Spielstraße“. Dann wäre jedoch nach höchstrichterlichem Urteil überhaupt keine Form von Bewirtschaftung oder Kontrolle möglich. Es gelte das „Windhund-Prinzip“: Wer zuerst parkt, darf bleiben. Schulz gab seinerzeit zu bedenken: „Das entspricht wahrscheinlich nicht den Zielen der Anlieger“.

Die Dauer der Testphase beträgt ein Jahr. Während dieser Zeit sollen Erfahrungen mit der „Brötchentaste“ gemacht und diese anschließend ausgewertet werden Die Möglichkeit für Radfahrer, auch gegen die Einbahnstraßenrichtung in die Stadt zu fahren, bleibt bestehen.

BU: Auftakt mit Brötchen:(v.l.) Alfons Buske (Stadt Gütersloh), Thomas Peters vom Unternehmen Signature, das die Parkautomaten aufstellt und einrichtet, Rüdiger Flöttmann (Stadt Gütersloh und Markus Sander, Anlieger der Hohenzollenstraße, stellen die neuen Parkregelungen vor.
Foto: Stadt Gütersloh