HK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2014 im Kreis Gütersloh

Gütersloh. Die Konjunktur im Kreis Gütersloh befindet sich auf solidem Niveau. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in ihrer Frühjahrskonjunkturumfrage, an der sich im Kreis Gütersloh 378 Unternehmen mit 40.160 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligten. „Die Wirtschaft im Kreis Gütersloh hat ein solides Jahr 2013 hinter sich und blickt mit einigem Optimismus in die kommenden zwölf Monate“, betonte IHK-Vizepräsident Dr. Markus Miele heute (27.02.2014) bei der Vorstellung der Ergebnisse.
Der Konjunkturklimaindikator, der die Einschätzungen der momentanen Lage und die Zukunftserwartungen gleichermaßen berücksichtigt, ist für die gesamte Wirtschaft im Kreisgebiet gegenüber dem Herbst auf dem exakt gleichen Niveau von 123 Punkten geblieben. Der Wert liegt deutlich über der 100er-Linie, die die Grenze zwischen einer insgesamt positiven oder negativen Stimmung markiert.
45 Prozent der Industriebetriebe bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut (Herbst: 56 Prozent), sieben Prozent als schlecht (Herbst: 8 Prozent). Gestiegen sind die Erwartungen: 23 Prozent rechnen aktuell mit einer weiteren Verbesserung der Geschäftslage (Herbst: 16 Prozent), von einer Verschlechterung gehen lediglich 5 Prozent aus (Herbst: 11 Prozent). Verbessert hat sich die Auslastung der Produktionskapazitäten. Zu über 95 Prozent ausgelastet sind laut IHK-Umfrage aktuell 32 Prozent der Betriebe, zu unter 80 Prozent ausgelastet unverändert 10 Prozent. Miele: „Die Einschätzungen zur aktuellen Ertragslage haben sich gegenüber dem Herbst nicht verändert.“ Aktuell schätzen 21 Prozent der Betriebe ihre Ertragslage als gut ein (Herbst: 30 Prozent). Als „schlecht“ stufen 8 Prozent der Unternehmen ihre Ertragslage ein (Herbst: 10 Prozent).
Drei von vier Industrieunternehmen sehen in den Energiepreisen ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. „Der hohe Wert im Kreis hat natürlich etwas mit dem hiesigen Branchenmix zu tun: Nahrung, Metall oder Elektro sind in unserer Region stark vertreten“, erläuterte der IHK-Vizepräsident und betonte: „Die Diskussion um die EEG-Rabatte für die Industrie verfolgen wir mit großer Sorge. Die Strompreise für energieintensive Unternehmen sind heute doppelt so hoch wie in den USA. Energieintensive Firmen müssen auch künftig in Deutschland eine Heimat haben. Das ist nicht nur für die Beschäftigung, sondern auch für den Industriestandort ausgesprochen wichtig.“
Im Einzel- sowie Großhandel, der konjunkturell unmittelbarer an der Industrie hängt, ist die Stimmung gegenüber dem Herbst unverändert gut geblieben (Großhandel: 38 Prozent „gut“-, 13 Prozent „schlecht“-Nennungen, Einzelhandel: 35 Prozent „gut“-, 15 Prozent „schlecht“-Nennungen). Eine Besserung erwarten im Großhandel allerdings 38 Prozent und im Einzelhandel nur 15 Prozent.
Bei den Dienstleistern ist die Stimmung ebenfalls weiterhin gut: 45 Prozent der Unternehmen bewerten ihre momentane Geschäftslage als „gut“ und nur 9 Prozent als „schlecht“.  Bei den Erwartungen gehen 34 Prozent der Unternehmen von einer verbesserten Geschäftslage aus, 11 Prozent rechnen mit einer ungünstigeren Geschäftsentwicklung.
Nach Angaben von IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden haben die  Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes mit mehr als 50 Beschäftigten im Kreis Gütersloh die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 145.854 im Jahr 2012 auf 148.625 im Jahr 2013 erhöht.