Historische Sammlung Bethel

Bielefeld-Bethel. Von der NS-Psychiatrie und ihren Folgen handelt der Film „Lebensunwert“. Er wird am 16. Februar in der Historischen Sammlung in Bielefeld-Bethel gezeigt. An der anschließenden Diskussion nimmt der Filmemacher Robert Krieg teil. Die Veranstaltung findet im Kantensiek 9 von 16 bis 19 Uhr statt. Im Vorfeld besteht die Möglichkeit, um 15 Uhr an einer Führung durch die Ausstellung „Psychiatrie in Bethel“ teilzunehmen. Der Eintritt ist frei.

Der Film schildert das Schicksal von Paul Brune. Bei dem Achtjährigen diagnostiziert ein von der nationalsozialistischen „Rassenhygiene“ überzeugter Arzt eine ererbte „Geisteskrankheit“. Der Junge wird als „lebensunwert“ zur Euthanasie erfasst. Nur knapp entgeht er dem Tod. An seinem Beispiel beleuchtet der Film die Erfahrungen eines Überlebenden und erhellt das Schicksal derjenigen, die unter der Nazi-„Psychiatrie“ sowie in den Kinderheimen der Nazi-Zeit unvorstellbares Leid erfuhren. Zugleich belegt der Film, dass die NS-„Psychiatrie“ auch weit danach keinen Umbruch erfuhr und ihre verachtenden „Gutachten“ noch in den 1970er-Jahren dazu führten, dass Paul Brune die Lehrerlaufbahn verwehrt werden sollte.