Neue Spiroergometrie-Messeinheit im Klinikum Gütersloh

2014_8_11_Spiroergometrie.1

Gütersloh. Der Puls steigt, die Atmung wird schwerer. Unermüdlich tritt Tony Hartanto in die Pedale des Spiroergometers. Erst mit 75 Watt, dann 100 Watt. Stetig erhöht sich der Widerstand. Über Mund und Nase trägt er eine Atemmaske. Nach zehn Minuten wird der junge Mann bis zu 85 Prozent seiner Leistungsfähigkeit erreicht haben. Die Chefärzte Prof. Dr. Axel von Bierbrauer zu Brennstein und PD Dr. Fikret Er überprüfen gleichzeitig am modernen Untersuchungsgerät die Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge.
Kombiniert mit einem Laktattest kann die Spiroergometrie wie bei Tony Hartanto als Sportleruntersuchung durchgeführt werden. Im Klinikum Gütersloh dient dieses neu angeschaffte Gerät jedoch überwiegend der Diagnostik bei Lungen- und Herzerkrankungen. „Luftnot ist eines der häufigsten Probleme, die wir auf dem Spiroergometer abklären“, sagt Prof. von Bierbrauer. Oft treten Beschwerden wie Luftnot oder Herzschmerzen erst bei körperlicher Belastung auf. Ein einfaches EKG, eine Lungenfunktionsmessung oder ein Herzultraschall sei in vielen Fällen nicht ausreichend, um die Ursache zu klären. Dann kommt die Spiroergometrie zum Einsatz.
Genau wie beim Belastungs-EKG wird bei dieser Untersuchung der Einfluss von körperlicher Belastung auf die Herzfrequenz, den Blutdruck und die Herzdurchblutung untersucht. Zusätzlich ermitteln die Lungenfachärzte und Herzspezialisten die Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe, die Atemtiefe und die Atemfrequenz über eine Atemmaske. Auch die Sauerstoffsättigung des Blutes wird erfasst. Hieraus ergeben sich Hinweise auf die Ursache einer Leistungseinschränkung, die durch das Herz oder die Lunge bedingt sein kann. Besonders vor größeren Operationen kann durch Spiroergometrie auch die OP-Fähigkeit eines Patienten beurteilt werden.
„Mit diesem modernen Gerät haben wir eine Lücke bei der Untersuchung von Lungen- und Herzerkrankungen geschlossen“, sagt PD Dr. Fikret Er, Chefarzt der Kardiologie. Pneumologen und Kardiologen arbeiten am Klinikum innerhalb der Kliniken für Innere Medizin eng zusammen, um ihre Patienten fachübergreifend und umfassend zu behandeln. Durch die technische Verbesserung sei ein hohes medizinisches Niveau erreicht worden, das es bislang im Umkreis nicht gab, freuen sich die beiden im vergangenen Jahr an das Klinikum Gütersloh berufenen neuen Chefärzte.

1. Gütersloher Lungentag
Interessierte können sich am 1. Gütersloher Lungentag am Samstag, 13. September, von 11-14 Uhr über die Lungengesundheit und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Im Saal des Klinikum Gütersloh können die Besucher Fachvorträge hören, Gespräche mit den Ärzten führen und einen Lungenfunktionstest durchführen lassen. Die große begehbare Lunge gibt Einblicke in das Innere des Körpers.

Foto:
Radeln für den Gesundheitscheck: Die Chefärzte PD Dr. Fikret (rechts) und Prof. Dr. Axel von Bierbrauer zu Brennstein untersuchen Tony Hartanto auf dem Spiroergometer im Klinikum Gütersloh.