Hermelin und Mauswiesel als Schädlingsbekämpfer

Hermelin_1Lemgo. Die Lemgoer Ortsgruppe im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat seit mehr als 25 Jahren Erfahrungen mit der Anlage und Betreuung von Streuobstwiesen. Ein großes Problem sind dabei Wühlmäuse, die gerne die Wurzeln von Obstbäumen abnagen. Selbst mehrjährige Bäume sind vor ihnen nicht sicher. Im hohen Gras der Obstwiesen fühlen sie sich besonders wohl, weil sie dort vor Feinden besser geschützt sind. Durch Beweidung werden sie vergrämt und wandern ab, weil sie offensichtlich das Getrappel der Tiere und das ständige Eindrücken ihrer Gänge stört. Aber ein ganzjährige Beweidung ist kaum möglich.

Nistkasten_1Durch den Klimawandel und die milderen Winter nimmt die Überlebensrate der Wühlmäuse und damit die Schäden an Bäumen zu. Beim Bund Lemgo setzt man nun verstärkt auf die Förderung der natürlichen Feinde wie Hermelin und Mauswiesel. Besonders das kleinere Mauswiesel gilt als hervorragender Jäger von Wühlmäusen, weil es ihnen auch in den schmalen Gängen nachjagen kann. Mauswiesel und Hermelin brauchen aber auch genügend Unterschlupfmöglichkeiten in Hecken, Holz-, Stein- und Reisighaufen. Hier setzt jetzt ein neues Projekt des BUND Lemgo an. Weil die am Markt angebotenen Nistkästen viel zu teuer und auch nicht optimal sind, hat man selbst Nistkästen konzipiert, die Hermelin und Mauswiesel einen sicheren und trockenen Schutz bieten. Sie werden in Stein-, Holz- oder Reisighaufen eingebaut. Hergestellt werden sie von der Tischlerei der Lebenshilfe in Begatal, womit eine bewährte Zusammenarbeit fortgesetzt wird. Die Nistkästen werden inzwischen bundesweit angeboten und innerhalb der ersten 6 Wochen wurden bereits 80 Stück verkauft.

Die BUND-Aktiven warnen ausdrücklich vor Gifteinsatz zur Bekämpfung von Wühlmäusen. Damit gefährdet man zugleich die natürlichen Feinde wie Eulen, Hermelin und Mauswiesel. Die vergifteten Wühlmäuse sind leichter zu fangen und fressen die Alttiere die Wühlmäuse, sterben sie selbst und auch der Nachwuchs, der elend verhungert oder auch vergiftet wird. Im nächsten Jahr wandern dann Wühlmäuse aus den Nachbarrevieren ein. Aufgrund ihrer hohen Vermehrungsrate wird das Problem nun größer, weil die Population der Jäger länger braucht, um sich im Bestand zu erholen.

Fotos: Bund Lemgo

Mehr Informationen zur Förderung von Hermelin und Mauswiesel und zum Bezug der Nisthilfen finden Sie hier