„Gute Geschäfte“

Gütersloh. Gütersloher Unternehmen und Gemeinwohl-Akteure haben zum dritten Mal einen Schritt aufeinander zu gemacht. Jeweils 26 Unternehmen und Gemeinnützige kamen am Freitag zusammen, um unter dem Motto „Gegenseitiges Geben ohne Geld“ gemeinsame Kooperationen zum Wohle des Gütersloher Gemeinwesens anzubahnen. Nach 90 Minuten waren 50 Kooperationen abgeschlossen.
In der Zentrale der Volksbank Gütersloh herrschte am Freitag Börsenatmosphäre: 75 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen aus Gütersloh und Umgebung waren gekommen, um ungewöhnliche Vereinbarungen zu treffen. Die Idee: Wirtschaftsvertreter und Wohlfahrtsorganisationen der Stadt kommen mit dem Versprechen zusammen, zwei Stunden lang miteinander nicht über Geld zu reden. Stattdessen wird nur über die Möglichkeiten gemeinsamer Arbeit gesprochen. Auf diese Weise kommen Kooperationen zustande, die auf sehr fantasievolle Weise neue Arrangements abseits der öffentlichen Daseinsvorsorge zustande bringen. Dabei bieten sowohl die Unternehmen als auch die Vereine und Selbsthilfegruppen Ihre Kompetenz und Ihr Engagement an.
Auch die Zusammenarbeit zwischen der Frenz GmbH mit der Wertkreis Gütersloh gGmbH kam gemäß diesem Grundgedanken zusammen. So bietet der eine jetzt Schnupperpraktika für Menschen mit Behinderung an, während auf der anderen Seite ein Nachmittag bei Kaffee und Kuchen für bis zu 15 Personen wartet. Ein Ansatz, der in ähnlicher Weise dem Geschäft zwischen der inlingua Sprachschule, dem AWO Ortsverein und der Fraueninitiative „Die Brücke e. V“ zugrunde liegt. In die Vereinbarung wurde eine „Tea-Time“ nach englischem Vorbild festgeschrieben, die neben Tee und Gebäck auch ein Verständnis für die Grundzüge der englischen Sprache für Senioren bieten soll, während als Gegenleistung ein gemeinsames Frühstück mit dem Ortsverein und „Die Brücke e.V.“ wartet. Aber auch längerfristige Kooperationen wurden an diesem Nachmittag vereinbart. Wie etwa diejenige zwischen dem Landwirt Alexander Knufinke und dem Sozialpädagogischen Institut Gütersloh e.V. Hier wird es zukünftig darum gehen, ein gemeinsames Konzept zur Bereitstellung von Praktikumsplätzen für Förderschülerinnen und –schüler in landwirtschaftlichen Betrieben zu erarbeiten. Vereinbarungen wie diese werden nunmehr in den nächsten Wochen und Monaten durch die Beteiligten realisiert.
Organisiert wurde die Veranstaltung zum dritten Mal von der „Projektgruppe Gute Geschäfte Gütersloh“, an der sich unter anderem das Unternehmensnetzwerk GTogether und die Bertelsmann Stiftung beteiligen. Das Resümee der Gruppe fällt sehr positiv aus. Gerd Placke von der Bertelsmann Stiftung, einer der Mitorganisatoren: „Die Stimmung heute war wie in den ersten beiden Jahren überwältigend gut. Wir haben den Eindruck, dass in diesem Jahr insbesondere Vereinbarungen abgeschlossen wurden, die erst auf dem Marktplatz kreiert wurden, weil die Partner im Laufe des Gesprächs merkten, dass sich neue Perspektiven auftun. Das zeugt von großem gegenseitigem Vertrauen.“

Bild: Bertelsmann Stiftung