Gute Chancen für „Fair-Trade“ Titel

Gütersloh (gpr). Sieben Schulen, drei Vereine und vier Kirchengemeinden verwenden Fairtrade-Produkte und 45 Geschäfte in Gütersloh bieten diese Produkte an. Darüber hinaus initiierte eine Arbeitsgruppe mit 19 Mitgliedern in den letzten Monaten vielfältige Aktionen rund um das Thema Fairtrade. Aufgrund der guten Projektbilanz hofft Projektkoordinatorin Gisela Kuhlmann, die jetzt die Bewerbung um den Titel „Fair Trade Town“ zum Stichtag 30. Juli auf den Weg gebracht hat, auf den Erfolg für die Anstrengungen. Initiiert wurde die Kampagne von dem gemeinnützigen Verein TransFair, der sich für die Förderung des Fairen Handels mit der Dritten Welt einsetzt und in Deutschland das Fairtrade-Siegel vergibt.

Nach dem Ratsbeschluss zur Beteiligung an der Kampagne im September letzten Jahres, hatte die Projektgruppe gleich einen Aktionsplan erstellt. Neben einer Umfrage im Einzelhandel zum Einsatz von fair gehandelten Produkten, führten die Mitglieder der Arbeitsgruppe – darunter auch Vertreter der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinde, der Eine-Welt-Läden, der Gütersloh Marketing GmbH sowie von Attac – auch Gespräche mit den Einzelhändlern und Gastronomiebetrieben. Mit Flyern, Plakaten und Vorträgen warb die Arbeitsgruppe dafür, dass viele mitmachen. Auch beim Einkaufen. „Neben den Klassikern wie Kaffee, Tee, Orangensaft, Kakao und Schokolade werden mittlerweile auch weitere Produkte wie Wein, Reis oder auch Sportartikel oder Schmuck angeboten, die fair gehandelt werden“, sagte Gisela Kuhlmann.

Ein besonderer Schwerpunkt der Kampagne liegt auf dem Schulbereich. In acht Grundschulen, in den beiden Realschulen und in der Anne-Frank-Gesamtschule wurde das Thema des fairen Handels aufgegriffen. So wurde vermittelt, dass es nicht in erster Linie um die Produkte geht, sondern dass die Produzentinnen und Produzenten im Mittelpunkt stehen. „Der Faire Handel ist mehr als Import und Vertrieb von Produkten. Er gibt den Menschen hinter den Produkten ein Gesicht. Ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern, ist das Ziel des Fairen Handels“, sagt Kuhlmann. Fairtrade steht für das Verbot von Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung und für Mindestpreise für die Produzenten.

 Ziel der Fair-Trade-Kampagne ist es, die unterschiedlichen Akteure aus Handel, Politik und Zivilgesellschaft vor Ort zusammenzubringen und ein Zeichen zu setzen gegen die Armut in der Dritten Welt und für eine gerechtere Gestaltung des Welthandels. Bei erfolgreicher Bewerbung kann die Stadt Gütersloh am 20. Oktober mit der Verleihung des Titels „100. Fairtrade Town „ rechnen.