Großes Interesse an jüdischer Geschichte

Stadtführung_vor_MünsterHerford. Die Hitze hat den historisch Interessierten nichts ausgemacht. Rund 1.100 Gäste haben sich während des 13. Herforder Orgelsommers bei 44 Veranstaltungen durch Herford führen lassen. Den größten Zuspruch hatte Dagobert Heikel, der am ersten Tag, 21. Juli, durch „Grüne Gartenoasen in grauer Stadtbebauung“ führte. Als Gerd Sievers zeigte, „Wie Bomben, Abrissbirnen und Bagger Teile der Herforder Innenstadt veränderten“ kamen 53 Leute. Das größte Interesse gilt der jüdischen Geschichte. Davon zeugen die 60 Gäste, die sich von Harry Rothe, dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, die Synagoge an der Komturstraße zeigen ließen oder die 55 Gäste, die Mechthild Klein auf dem Rundgang über den jüdischen Friedhof an der Hermannstraße folgten. Auch die beiden neuen unter dem Dutzend Gästeführer, Ulrike Müller („Bäume, Parks und Oasen“) und Nadja Iusowa (mit einer allgemeinen Führung), hatten eine gelungene Premiere.

Für Spezialthemen wie „Bürgermeister Quentin und seine Zeit“, die Erinnerung an die Herforder Kleinbahn oder die Führung in Englischer Sprache war die Resonanz eher bescheiden. Für die Rallye durch die Radewig, die Angelika Bielefeld am 1. September für Kinder angeboten hatte, konnte sich niemand erwärmen. Das mag daran gelegen haben, dass manche Eltern an jenem Tag beim Bürgerbrunch auf dem Münsterkirchplatz gesessen hatten. „Dennoch“, sagt die Gästeführerin, die seit zwölf Jahren dabei ist: „Wir haben einen festen Besucherstamm von durchschnittlich 25 Leuten. Viele sind mir vertraut.“

Vor 20 Jahren war Angelika Bielefeld (den Namen hat sie angeheiratet) von Bremen nach Herford gezogen. Sie wollte wissen, wo sie „gelandet“ ist und wurde zur Fachfrau für Herforder Geschichte. Apropos Gästeführer: Den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe lobt sie ausdrücklich: „Wir geben uns wechselseitig manche Tipps und Literatur-Hinweise.“ Einen Hinweis auf den kommenden Orgelsommer gibt Kristina Voß, die bei der Pro Herford die Führungen koordiniert: „Die Ausgrabungen, die vor 25 Jahren zwischen Rathaus und Münsterkirche vorgenommen worden waren, wollen wir in die Themenreihe aufnehmen.“

Außerhalb des Orgelsommers gibt es vier Führungen im Monat: Am ersten Samstag ist es eine historische Führung, am zweiten Sonntag ist es der Wallrundgang, am dritten Samstag wird ein besonderes Thema präsentiert, und am letzten Freitag im Monat gibt es eine Nachtführung. Weitere Fragen beantwortet Kristina Voß, Tel. 189- 1540.

Foto: Pro Herford GmbH – Stadtmarketing