Graffitikünstler bei „Hack und Lack“

Minden. Seit vier Jahren gibt es in Minden die Veranstaltung „Hack & Lack“, mittlerweile ist sie deutschlandweit bekannt. Am Samstag, 1. September, treffen sich ab 12 Uhr wieder die Graffitikünstler am Kinder- und Jugendkreativzentrum Anne Frank, um auf die begehrten Wände zu sprühen. Viele haben sich bereits vorher angemeldet.

Oft sind Maler dabei, die in der Szene ziemlich bekannt sind, zum Beispiel „Poet“ aus Berlin oder „Lord Scan“ alias Matias Voss aus Minden. Es wird gemalt, Musik gehört und gegrillt – natürlich nicht einfach nur Würstchen, sondern, um dem Namen gerecht zu werden, Hack!

Nicht nur Graffitikünstler aus der Szene sind willkommen, jeder ist herzlich eingeladen mitzumachen. In den vergangenen Jahren zog die Veranstaltung viele Interessierte an – einige wollten einfach mal erleben, wie die Kunst aus der Dose funktioniert, andere suchten Künstler für private Aufträge. Seit dem letzten Jahr sind auch die ganz Kleinen mit dabei. Für Kinder ab sechs Jahren gibt es die Möglichkeit, sich unter Anleitung kostenfrei auszuprobieren. Zur Verfügung stehen Sprühfarben aber auch verschiedene andere Farben zum Pinseln und Rollen. „Hack & Lack“ findet dieses Jahr am 1. September ab 12 Uhr im Kinder- und Jugendkreativzentrum Anne Frank, Salierstr. 40, 32423 Minden statt.

Hintergrund: Die „Hall of Fame“ – Hier sind Graffitis erwünscht

In vielen Städten gibt es sie, die „Hall of Fame“. Ein Ort in der Stadt, an dem Graffitikünstler völlig legal dafür vorgesehene Wände gestalten dürfen. In Minden liegt die „Hall of Fame“ direkt am Kinder- und Jugendkreativzentrum Anne Frank. Mittlerweile gibt es sie seit Anfang der 1990er Jahre. Damals waren es nur wenige Graffitikünstler, die auf insgesamt vier Wände malen konnten.

Heute entsteht rund um das Anne Frank eine Art Themenpark aus extra gebauten Wänden mit verschiedenen Strukturen. Beispielsweise gibt es eine Wand aus vielen Metallteilen sowie Rohren und Schläuchen, die einen industriellen Charakter aufweist. Eine andere Wand wurde ausschließlich aus alten Türblättern gebaut. Nicht zu vergessen, das neuste Projekt der „schiefe Bahn Express“. Ein alter Regionalzug wurde hierfür als Vorlage genommen und eins zu eins aus Holz nachempfunden.

Mindens Graffitiszene ist in den letzten zehn Jahren gewachsen, unter anderem, weil das Malen mit Sprühdosen eine beliebte Freizeitbeschäftigung vieler Jugendlicher ist. Am Anne Frank finden sie den nötigen Platz dafür. Auch viele Graffitikünstler von außerhalb finden den Weg nach Minden. So sind regelmäßig Maler aus umliegenden Städten, wie Hannover, Dortmund, Herford oder sogar Hamburg und Berlin, zu Gast.

Foto: Stadt Minden