Gold für die Deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen

Der erste Titelgewinn einer deutschen  Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen seit 1987: Am Sonntag gewann  das DVV-Auswahlteam in Varna (Bulgarien) die European League. © CEV  (honorarfrei)

Der erste Titelgewinn einer deutschen
Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen seit 1987: Am Sonntag gewann
das DVV-Auswahlteam in Varna (Bulgarien) die European League. © CEV

HalleWestfalen/Varna. Am 06. September startet die Deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen gegen Spanien (Beginn 20.00 Uhr) im GERRY WEBER STADION in HalleWestfalen in die Europameisterschaft. Der aktuelle Vize-Europameister hat nur ein Ziel, am 14. September das Finale in Berlin und somit den europäischen Titel zu gewinnen. Diesem Ziel hat Trainer Giovanni Guidetti alles untergeordnet und sein Team bekommt so allmählich die Qualität, um dieses Ziel auch realistisch in Angriff nehmen zu können. Zumindest war der Sieg am vergangenen Sonntag und die damit verbundene Goldmedaille für die DVV-Frauen-Nationalmannschaft in der European League ein erster deutlicher Hinweis auf das Potential des Teams.

Die deutsche Mannschaft setzte sich – bei ihrer ersten Teilnahme an der European League – in einem packenden Finale im bulgarischen Varna nach einem 1:2-Satzrückstand noch mit 3:2 (14-21, 21-16, 15-21, 21-14, 15-7) gegen Belgien durch und sicherte sich den ersten Titel der Saison und zugleich einen Startplatz für den Grand Prix 2014. Es war der erste Titel für eine deutsche Frauen-Nationalmannschaft seit dem EM-Triumph der DDR-Frauen 1987 und Bundestrainer Giovanni Guidetti sagte: „Siege bringen weitere Siege, und Gold bringt weiteres Gold. Und jetzt wollen wir dies wahr machen. Dies soll in dieser Saison nicht die letzte Goldmedaille sein.“

Dem Guidetti-Team gelang im Wettbewerb eine deutliche Steigerung. Während die deutschen Frauen an den ersten Spieltagen der Vorrunde nicht immer die beste Leistung zeigten und auch einige Niederlagen einstecken mussten (8:4-Siege in der Vorrunde), steigerten sich Margareta Kozuch und ihre Mitspielerinnen gegen Ende deutlich. Vor allem im Final Four-Turnier zeigte die Nationalauswahl im Halbfinale gegen Gastgeber Bulgarien (3:0) eine souveräne und im Finale gegen Belgien eine kämpferisch starke Leistung. „Es war ein tolles Finale, sehr umkämpft. Beide Teams kannten sich aus der Vorrunde sehr gut und somit war das Match taktisch geprägt. Ich bin sehr froh, dass unser Teamgeist – auch als wir 1:2 Sätze zurücklagen – nie gelitten hat. Das war auch die Grundlage für das Comeback“, so Kapitänin Margareta Kozuch.

Neben Gold für die Mannschaft heimsten Kozuch (Beste Punktesammlerin und beste Angreiferin), Denise Hanke (Beste Aufschlägerin) und Lenka Dürr (bester Libero) Einzelauszeichnungen ein. „Das Final Four war eine wirklich tolle Teamleistung, und deswegen sehe ich auch meine individuellen Auszeichnungen als Ehrung für das Team“, so sprach Kozuch der Mannschaft ihren Dank und ein Kompliment aus. Mit Belgien und Bulgarien gingen auch die Plätze zwei und drei an EM-Teilnehmer. Nach dem Abschluss der intensiven European League-Phase, die rund fünf Wochen andauerte, fliegt die Nationalmannschaft am 15. Juli zurück nach Deutschland und nimmt eine kurze Regenerationspause. Ab dem 23. Juli bereitet sich das deutsche Auswahlteam dann in Kienbaum (bei Berlin) auf die zweite Saisonphase, dem Grand Prix-Turnier vom 02. August bis 01. September, vor.

Daran nehmen mit Deutschland, Italien, Serbien, Russland, Tschechische Republik, Bulgarien, Polen, Niederlande und der Türkei gleich neun EM-Teilnehmer teil. Anschließend folgt die Europameisterschaft in Deutschland und der Schweiz, bei der die DVV-Frauen abermals nach dem Titel greifen wollen.

Ergebnisse – Finale: Deutschland – Belgien 3:2 (14-21, 21-16, 15-21, 21-14, 15-7). Halbfinale: Belgien – Rumänien 3:0 (21-16, 22-20, 21-15), Deutschland – Bulgarien 3:0 (21-17, 21-10, 21-19). Spiel um Platz 3: Bulgarien – Rumänien 3:0 (21-16, 21-14, 21-14).

Endstand: 1. Deutschland; 2. Belgien; 3. Bulgarien; 4. Rumänien.

Einzelauszeichnungen European League-Finalrunde
MVP: Charlotte Leys (BEL); Beste Punktesammlerin: Margareta Anna Kozuch (GER); Beste Angreiferin: Margareta Anna Kozuch (GER); Beste Aufschlägerin: Denise Hanke (GER); Beste Blockerin: Freya Aelbrecht (BEL); Beste Annahmespielerin: Mariya Karakasheva (BUL); Beste Zuspielerin: Frauke Dirickx (BEL); Bester Libero: Lenka Dürr (GER).