Gewässerprojekt des Kreises Höxter

Höxter/Albaxen. Bei einem Besuch vor Ort informierten sich Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Landrat Friedhelm Spieker und Bürgermeister Alexander Fischer über das kreisweite Gewässerprojekt am Beispiel der Bauarbeiten an der Saumer in Albaxen. Seit Mitte August bauen dort neun Langzeitarbeitslose im Rahmen eines Beschäftigungsprojekts für die Renaturierung des Gewässers eine so genannte Sohlgleite an der Saumermündung. Gefördert wird das kreisweite Gewässer- und Beschäftigungsprojekt für insgesamt 18 Langzeitarbeitslose seit 2008 vom Land NRW und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Für die Jahre 2012 und 2013 hat die Bezirksregierung Detmold erneut eine jährliche Förderung in Höhe von 256.000 Euro bewilligt. Damit sind die Arbeiten für weitere zwei Jahre gesichert. „Dieses Projekt kommt nicht nur dem Gewässer zu Gute, sondern bietet Menschen, die vorher lange arbeitslos waren, eine echte berufliche Perspektive. Hier werden Gewässerschutz und Beschäftigungsprojekt optimal verbunden“, lobte die Detmolder Regierungspräsidentin das Konzept. Landrat Friedhelm Spieker ist sehr erfreut über die Erfolge des Projekts: „Flüsse und Bäche sind die Lebensadern der Landschaft. Sie sind nicht nur Lebensraum für eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt, sondern bereichern auch das Landschaftsbild unseres Kulturlandes, das für die Menschen Erholung bietet.“ Er hob besonders die gute Zusammenarbeit mit den zehn Städten hervor. „Das Projekt ist ein großer Gewinn für den Natur- und Gewässerschutz und bietet darüber hinaus Langzeitarbeitslosen ein Sprungbrett für die Rückkehr ins Berufsleben.“

Der Kreis Höxter renaturiert im Rahmen des Gewässerentwicklungsprojekts seit dem Jahr 2008 ausgewählte Fließgewässer in den zehn Kommunen. Damit soll der Zustand der Gewässer insgesamt verbessert und die ökologische Entwicklung unterstützt werden. Dies fordert die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die seit dem Jahr 2000 gilt. Die Projekte werden zu 80 Prozent aus Landesmitteln finanziert, 20 Prozent steuern der Kreis und die Kommunen als Eigenanteil bei. Seit 2008 investiert das Land NRW im Kreis Höxter rund 973.000 Euro in die Renaturierung der Gewässer, davon erhält das Projekt an der Saumermündung in Albaxen rund 10.000 Euro Fördergelder. „Ich bin immer sehr dankbar, wenn es Möglichkeiten gibt, Arbeitsplätze zu schaffen beziehungsweise Arbeitslosen zu helfen. Wenn darüber hinaus von dem Projekt auch einer unserer Bäche, die Saumer, und die in ihr beheimateten Fische profitieren, dann ist das eine gute Sache“,  so Bürgermeister Alexander Fischer. Für die Verzahnung von Gewässer- und Beschäftigungsprojekt arbeiten die Bezirksregierung Detmold, Kreis und Jobcenter Höxter eng zusammen. Aktuell beschäftigt der Kreis Höxter sechs Arbeitslosengeld II-Bezieher, deren Stellen im Rahmen des Modellprojektes „Bürgerarbeit“ mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und Bundesmitteln kofinanziert werden. Weiterhin werden zwölf Leistungsbezieher im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten im Gewässerprojekt durch das Jobcenter Kreis
Höxter finanziert. Ein Projektleiter, ein Projektplaner und eine Baustellenleitung sind als weitere Stellen beim Kreis Höxter für die Koordination und Begleitung des Gewässerprojekts angesiedelt.

Zum Hintergrund Gewässerentwicklungsprojekt Kreis Höxter

In Zusammenarbeit mit den Kommunen hat der Kreis eine Auswahl von Projektgewässern getroffen. Für jede Kommune im Kreis Höxter wurde ein Projektgewässer ausgewählt. Ziel ist es, die Gewässerstruktur zu verbessern. Basis für die Renaturierungen der Gewässer im Kreis Höxter sind die vorhandenen Konzepte zur naturnahen Entwicklung von Fließgewässern. In diesen Konzepten sind verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, die eine Durchgängigkeit der Flüsse für Fische und andere Lebewesen beinhalten und für eine ökologische Verbesserung der Gewässer und der angrenzenden Bereiche stehen.

Sohlgleite an der Saumermündung
Im Mündungsbereich der Saumer in die Weser befinden sich zwei Sohlabstürze, die die Durchgängigkeit für wanderwillige Fische in das Nebengewässer verhindern. Durch die Beseitigung der Abstürze und den Bau einer Sohlgleite wird die Durchgängigkeit von der Mündung bis zum Kaskadenabsturz in Albaxen (circa ein Kilometer Gewässerstrecke) wiederhergestellt.