Auftaktveranstaltu​ng Bildung und Gesun​dheit

Das Bild zeigt v.l.n.r.: Leitenden Regierungsschuldirektor Reinhard Schmitz, Dr. Ariane Kobusch, Dr. Saskia Erbring, Landeskoordinator Winfried Köhler, Bezirkskoordinator Johannes Weddeling, Dr. Birgit Nieskens, Dr. Jens Bartnitzky und Dr. Gerrit Schnabel, Unfallkasse NRW. Andrea Hutmacher-Schönhoff ist leider nicht auf dem Bild. Foto: Bezirksregierung Detmold

Detmold. Bei einer regionalen Auftaktveranstaltung in der Bezirksregierung Detmold  trafen sich am 25.  Oktober  rund 70 Lehrkräfte aus  etwa  35 Schulen aller Schulformen, die im Landesprogramm Bildung und Gesundheit vertreten sind.  Nachdem im letzten Jahr die psychosoziale Gesundheit  – vor allem der Schüler  –  im Mittelpunkt stand, waren nun die vielfältigen Belastungen und Anforderungen der Lehrkräfte und mögliche Wege, sich dafür zu rüsten und damit umzugehen das Kernthema. Erste Rückmeldungen dieser Veranstaltung ergaben, dass die Lehrkräfte viele Ideen aber auch konkrete Hinweise  und  Lösungsansätze mitnehmen konnten. Im Rahmen des Programms „Bildung und Gesundheit“ können sie nun diese Erfahrungen in schulischen Maßnahmen umsetzen und hierbei sowohl personelle als auch finanzielle Unterstützung durch das Programm erhalten.

Zu der Veranstaltung hatte die Landesregierung, vertreten durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung, gemeinsam mit den Trägern des Landesprogramms, der Unfallkasse NRW, der BKK Nordwest, der Barmer Ersatzkasse und der AOK eingeladen. Mit Gesundheit gute Schule machen ist die Leitidee des Programms. Über Beratung, Information und Fortbildung sollen die Schulen dabei unterstützt werden.
In einem Einführungsreferat erläuterte Dr. Birgit Nieskens von der Leuphana Universität  Lüneburg mit welchen Einstellungen und Haltungen Lehrkräfte den vielfältigen Anforderungen begegnen können. Als wesentliche Bausteine nannte sie die Fähigkeit, sich engagiert aber dennoch entspannt mit den Problemen auseinanderzusetzen und dabei eine hohe Selbstakzeptanz aufzubauen. Wichtig sei es auf der Basis erreichbarer und sinnvoller Ziele die eigenen Wirkungsmöglichkeiten realistisch einzuschätzen und sich dabei sozial einzubinden. Sie identifizierte  die  häufigsten und gravierendsten Belastungsfaktoren. Neben den individuellen Strategien  zur Bewältigung der Anforderungen beschrieb sie die systemischen Lösungsansätze als ebenso wichtig. Als Fazit stellte sie fest, dass Gesundheit das Kerngeschäft, nämlich effektiv und effizient bilden und erziehen zu können, fördert.

In vier Workshops wurden die Erkenntnisse des Hauptvortrages aufgegriffen. Hinzu kamen spezifische Problemansätze und Verfahrensvorschläge, die durch Moderatoren vorgestellt wurden. Dr. Saskia  Erbring  von der Universität Köln  erläuterte die Bedeutung gesundheitlicher Strukturen und gesundheitlichen Verhaltens bei der Entwicklung inklusiver Schulen. Sie stellte vor dem Hintergrund heterogener Schülerschaften in inklusiven Schulen mit unterschiedlichen Erziehungs- und Bildungsansprüchen die Bedeutung von Teamstrukturen und innerschulischer Organisationsentwicklung heraus.

In einem weiteren Workshop  zeigte Dr.  Jens Bartnitzky  von der Universität Dortmund mit Hilfe kleiner Rollenspiele Verhaltensstrategien für den Umgang mit schwierigen Schülern auf. Grundlage für den Umgang miteinander sind unter anderem klare und transparente Regeln, Respekt und Wertschätzung von beiden Seiten, Hilfestellung für die Schüler und eine klare aber dennoch freundliche Ansprache in Konfliktsituationen.
Der Akzent der Achtsamkeit rückte im Workshop  von  Dr.  Ariane  Kobusch  von der Universität Bielefeld  in den Mittelpunkt. Die Körpersprache wurde unter anderem als Instrument der Kommunikation anhand von Körperübungen bewusst gemacht. Die motorische Sprache, als unterstützendes Instrument zur emotionalen und  inhaltlichen Steuerung aber auch zur Sicherstellung von Achtsamkeit konnte herausgestellt werden.

Diplom-Psychologin Andrea Hutmacher-Schönhof stellte Beispiele und Möglichkeiten einer begleitenden Unterstützung der Lehrkräfte vor. Es wurde deutlich, dass es nicht um Psychotherapie geht, sondern um individuale und systemische Beratung und die Entwicklung eines Methodeninstrumentariums anhand von Fallbeispielen für die Lehrkräfte.