Geschmackliche Weltreise

Zusammen mit Adelheid Eimer vom Eine-Welt-Kreis Spexard bestrichen die Ferienspielteilnehmer Tom und Max (v.l.) selbst gebackenes Brot mit selbst gemachter Marmelade.

Gütersloh (gpr). Schokocreme aus Afrika, Honig aus Chile, Orangensaft aus Brasilien – viele Lebensmittel, die in Deutschland zum Frühstück gehören, kommen aus fernen Ländern. Das erfuhren nun die zehn Mädchen und Jungen, die im Rahmen der Ferienspiele in einer gedanklichen Zeitreise internationale Speisen kennengelernt haben. „Faires Frühstück“ nennt sich der Kurs der Naturschule der Stadt Gütersloh, der nun erstmalig im Stadtmuseum stattfand.

Ich habe zum Frühstück Kakao getrunken und ein Brötchen gegessen“, sagte Jette. Zusammen mit neun weiteren Ferienspielteilnehmern erzählte die junge Teilnehmerin, was für sie zum Frühstück dazu gehört. Während bei den Sechs- bis Zehnjährigen Cornflakes, Nutella, Brötchen und Wurstbrote zum Alltag gehören, standen im Jahr 1860 Haferbrei, Butterbrot und Kaffee auf dem Wochenspeiseplan. „Aber woher haben die Menschen damals die Butter bekommen?“, fragte Kursleiterin Adelheid Eimer die Kinder, „einen Supermarkt gab es zu der Zeit noch nicht.“ Im 19. Jahrhundert war die Produktion von Butter nämlich noch echte Handarbeit, wie die Mädchen und Jungen selbst feststellten: Mit einer Kurbel an einen Holzfass musste der Rahm so lange per Hand gedreht werden, bis er hart und zu Butter wurde.

Geruchsprobe: Kursleiterin Adelheid Eimer lässt die Ferienspielkinder an verschiedenen Teesorten in der Apotheke des Stadtmuseums riechen.

Die gedankliche Zeitreise führte die Kinder allerdings nicht nur in frühere Zeiten, sondern auch in fremde Länder: Sie schauten sich einige Zutaten genau an und überlegten, woher sie stammen. So erfuhren sie beispielsweise, dass die Kartoffel ursprünglich nicht aus Deutschland, sondern aus Peru kam, der Reis in Indien zu Hause ist und Schokolade aus Afrika stammt. „Viele Bauern in Eine-Welt-Ländern leben an der Armutsgrenze“, erklärte Adelheid Eimer, die selbst aktiv im Eine-Welt-Kreis Spexard ist, „indem man fair gehandelte Produkte kauft, unterstützt man die Bauern.“ Und dass fair gehandelte Produkte nicht nur für gerechten Lohn stehen, sondern auch noch gut schmecken, davon konnten sich die jungen Verkoster selbst überzeugen.

Zum Abschluss des zweistündigen Kurses der Naturschule im Rahmen der Ferienspiele schlüpften die Mädchen und Jungen in die Rolle des Verkäufers, die ihre Produkte zu fairen Preisen verkauften.