Gerber entwickelt sich: „Ich muss meine Gegner vor Rätsel stellen!“

Halle (Westf.). Am 3. November fliegen in Halle/Westfalen wieder die Fäuste. Im Gerry Weber Stadion setzt dabei Marco Huck (34-2-1, 25 K.o.´s) die WBO-Weltmeisterschaft im Cruisergewicht gegen Firat Arslan (32-5-2, 21 K.o.´s) aufs Spiel. Doch auch ein Schwergewichts-Kracher wird bei der Box-Nacht nicht fehlen. Diesen wollen sich der IBF-Weltranglistensechste Edmund Gerber (21-0, 14 K.o.´s) und sein US-Kontrahent Darnell Wilson (24-15-3, 20 K.o.´s) liefern.

Für Gerber zeigte die Erfolgskurve zuletzt steil nach oben. Bis zu einem WM-Kampf ist es trotzdem noch ein weiter Weg für den erst 24-Jährigen. Um die für ihn so wichtige Routine für größere Herausforderungen zu sammeln, muss sich der Schützling von Trainer Karsten Röwer in Halle/Westfalen gegen Wilson behaupten. „Ich selbst habe noch keinen Kampf von ihm gesehen. Ich weiß aber, dass er schon gegen Denis Boytsov, Juan Carlos Gomez und Firat Arslan im Ring gestanden hat. Gegen Arslan hat er sogar schon um die Cruisergewichts-Weltmeisterschaft geboxt. Das zeigt, dass er über eine gewisse Qualität verfügen muss“, so der in Schwerin aufgewachsene Schwergewichtler.

Auch über seinen Größenvorteil von knapp zwölf Zentimetern hat sich der 1,90 Meter große Mann schon Gedanken gemacht: „So einen Gegner muss ich auf Distanz halten. Gefährlich wird es gegen so ‚kleine’ Schwergewichtler immer dann, wenn diese versuchen, zum Körper zu arbeiten. Mit meinem Trainer werde ich hier aber die passende Strategie anwenden.“

Seinen letzten Fight, am 15. September in Bamberg gegen Michael Sprott, zählt Edmund Gerber hingegen selbst nicht zu seinen taktischen Glanzstücken. Sein damaliger Gegner hatte ihn mit seiner offensiven Art überrascht. „Ich habe in diesem Moment nicht sofort die richtigen Mittel gegen ihn gefunden“, so Gerber. „Im Training versuchen wir allerdings, daran zu arbeiten, dass ich mich von Anfang an dominanter im Ring präsentiere. Ich muss meine Gegner vor Rätsel stellen – nicht sie mich!“

Schlussendlich gewann er gegen den Briten vorzeitig – ein nicht zu unterschätzendes Detail für den 24-Jährigen: „Das bedeutet mir schon sehr viel. Es stärkt mein Selbstvertrauen, wenn ich sehe, dass ich meine Gegner nicht nur beeindrucken kann, sondern sie auch überrasche und dann vorzeitig gewinne.“

Seine sportliche Zukunft schätzt Edmund Gerber realistisch ein. „Ich bin zwar in der Weltrangliste schon recht gut platziert, aber trotzdem noch immer in einer Art Lernphase – das hat auch der Sprott-Kampf gezeigt. Doch wenn mein Team irgendwann glaubt, dass die Zeit reif für einen Titel ist, dann werde ich auch darum boxen“, so die große deutsche Schwergewichts-Hoffnung.

Eintrittskarten für die Veranstaltung am 3. November sind über die Tickethotline 01805-570044 (€ 0,14/min., Mobilfunkpreise max. € 0,42/min.) und im Internet bei www.eventim.de sowie direkt bei der Gerry Weber World (Tickethotline 05201-8180 / www.gerryweber-world.de) erhältlich. Weitere Infos unter www.boxen.com.