Gegen den Pflege​notstand und für die​ Akademisierung der ​Pflegekräfte​

Bild (v. l.): Dipl. Soz. Elke Rosowksi (Forschungsreferentin), Professorin Dr. Katja Makowsky (Vorstand InBVG), Dr. Marisa Kaufhold (Geschäftsführerin InBVG), Professorin Dr. Barbara Knigge-Demal (Projektleiterin "zikzak"). Foto: Maxi Krähling

Bielefeld (fhb). Das neu gegründete Institut für Bildungs- und Versorgungsforschung im Gesundheitsbereich (InBVG) der Fachhochschule Bielefeld hat am vergangenen Dienstag zu einer ersten Fachtagung eingeladen. 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Praxis und Wissenschaft der Bereiche Pflege, Therapie und Gesundheitswissenschaften hatten sich zur Tagung in der Hechelei zum Thema „Vom Beruf zur Profession – Forschung und Akademisierung in den Gesundheitsberufen“ eingefunden. Zusammen mit dem Projekt „zikzak“ trat das InBVG als Veranstalter auf, um sowohl das neue Institut der FH vorzustellen als auch die Diskussion über die Professionalisierung von Fachkräften in der Pflege ein Stück voranzutreiben.

Diese Akademisierung und das Entgegenwirken des Fachkräftemangels in der Pflege hat sich das InBVG auf die Fahne geschrieben. Durch besonders praxisnahe Forschung und Entwicklungsprojekte, die wie das „zikzak“ Projekt im Institut verankert sind, sollen aktuelle Fragen aus dem Gesundheitsbereich untersucht und optimiert werden. Das InBVG wird unter anderem einen Qualifikationsrahmen für Pflegekräfte definieren, um die Anforderungen im Beruf und die tatsächlichen Kompetenzen  der
Pflegekräfte besser aufeinander abstimmen zu können. Auch die Aufgabenverteilung auf die Mitarbeiter soll im Hinblick auf ihre jeweilige spezifische Ausbildung durch dieses Projekt verbessert werden.

„Es gibt wenig vergleichbare Institute auf diesem Gebiet. Wir wollen die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses vorantreiben und die Ergebnisse natürlich in die Praxis zurückfließen lassen“, sagt Professorin Dr. Katja Makowsky vom Vorstand des InBVG.

Das InBVG setzt auf besonders enge Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Praxispartnern. Besonders die Studierenden sollen mit eingebunden werden, weshalb das Institut das Projekt „zikzak“ entwickelt hat. Hinter diesem 500.000 Euro von der Volkswagen-Stiftung und der Stiftung Mercator geförderten Projekt steht der duale Bachelor Studiengang „Gesundheits- und Krankenpflege“.
Dieser soll dazu beitragen den Pflegenotstand zu reduzieren, indem junge Menschen mit einer akademischen Grundausstattung für diesen Beruf gewonnen werden. „Wir wollen nicht mehr die Warteschleife für Medizin sein. Durch den Studiengang sollen die Studierenden motiviert werden sich definitiv für die Pflege zu entscheiden“, sagt Professorin Dr. Barbara Knigge-Demal, Projektleiterin von „zikzak“. Anreiz für den Studiengang soll die Mischung aus praktischer Ausbildung und reflektiertem wissenschaftlichen Arbeiten an der FH sein. Immerhin können die Studierenden zwei Berufsabschlüsse vorweisen, die Ausbildung zur Pflegekraft und den Bachelor of Science, wie Knigge-Demal erklärte.

Auf der Fachtagung konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Vorträgen und Workshops zu Projekten des InBVG informieren und sich über Bildungs- und Versorgungskonzepte sowie Lösungsansätze austauschen.