Geflügelpest – Rund 20 Quadratkilometer zählen in Lippe als Risikogebiet

Risikogebiet GefuegelpestDetmold. Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW hatte am Dienstagmorgen angekündigt, im Laufe des Tages die Kreisordnungsbehörden aufzufordern auf eine Riskikobewertung des Friedrich-Löffler-Instituts hin, die Aufstallpflicht in sogenannten Risikogebieten anzuordnen. Diese Aufforderung liegt uns zurzeit noch nicht vor, dennoch im Vorgriff und aufgrund zahlreicher Nachfragen von Seiten der Medien anbei unsere Pressemitteilung. Wir gehen fest davon aus, dass der Stallzwang in dem angegebenen Gebiet morgen erfolgt.

Rund 20 Quadratkilometermeter zählen in Lippe zum Risikogebiet: Vorsichtsmaßnahmen gegen Geflügelpest angewiesen.
Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen hat heute die kommunalen Veterinärämter angewiesen, Vorsichtsmaßnahmen gegen die Verbreitung der Geflügelpest anzuordnen. Dies betrifft jedoch lediglich ausgewiesene Risikogebiete, in denen sich viele Wildvögel aufhalten.

„In Lippe ist das nur ein Gebiet von rund 20 Quadratkilometern im Norden Kalletals an der Grenze zu Minden-Lübbecke und Hameln-Pyrmont“, erklärt Dr. Ulrich Kros vom Fachgebiet Veterinärangelegenheiten und Lebensmittelüberwachung des Kreises Lippe. Hier sind ab sofort alle Geflügelhalter angewiesen, ihr Geflügel im Stall zu halten und nicht nach draußen zu lassen. „Dies ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Da ziehende Wildvögel Träger des Virus sein können, ist in diesem Gebiet die theoretische Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung höher. Aber es gibt zurzeit keinen Anlass, der darauf hindeutet, dass es infizierte Vögel in Lippe gibt“, betont der Tierseuchen-Experte.

In dem lippischen Risikogebiet gibt es keine größeren Geflügelmast-Betriebe, aber eine Reihe von privaten Haltern. Dem Fachgebiet des Kreises sind hier 23 Halter gemeldet mit insgesamt 231 Hühnern, 59 Enten, acht Puten und zehn Gänsen.

„Wir können an die Halter nur appellieren, die Stallunterbringung möglichst tiergerecht zu gestalten“, so Kros. Er wisse, dass natürlich viele Ställe in privater Hand auf Freigang-Haltung ausgerichtet sind. „Wir hoffen daher, den Stallzwang so schnell wie möglich aufheben zu können.“

Ob ein Tier an Geflügelpest oder einer anderen, gängigen Geflügelkrankheit erkrankt ist, ist für den Tierhalter nur schwer zu unterscheiden. „Tierhalter sollten ein offenes Auge auf ihre Tiere haben und dem Veterinäramt im Zweifel nicht erklärbare Erkrankungen melden“, erklärt Kros und warnt gleichzeitig vor unnötiger Panik. „Wir beobachten die Situation und nehmen geeignete Vorsichtsmaßnahmen vor, um die Übertragungswahrscheinlichkeit zu minimieren. Aber nochmal: Zurzeit gibt es keine Geflügelpest im Kreis Lippe.“

Bei Fragen können sich die betroffenen Geflügelhalter an Dr. Ulrich Kros vom Veterinäramt des Kreises Lippe wenden unter der Telefonnummer: 05231/62-221.

Auflistung des Landes NRW, welche Gebieteals Risikogebiet eingestuft wurden:

Kreis Minden-Lübbecke
Weserniederung: Petershagen / Minden, Großer Weserbogen Bad Oeynhausen – Dehmen / Porta Westfalica, Porta Westfalica – Veltheim / – Eisbergen, Oppendorfer Fledder, Oppenweher Bruch, Oppenweher Moor (Stremwende)

Kreis Herford
Weserbogen (Vlotho)

Kreis Lippe
Kalletal Nord (im Wesentlichen die Ortschaften Farmbke, Erder, Varenholz und Stemmen)

Kreis Gütersloh
Schutzsaum in Rietberg und Verl im Osten: Delbrücker Str. (L751) bis zur Gemeinde-/Kreisgrenze Gemeinde Verl/Kreis Gütersloh und dem Kreis Paderborn; im Süden: Kreisgrenze der Kreise Gütersloh und Paderborn bis zur Delbrücker Str. (B 64); im Westen: Delbrücker Str. (B64) incl. Ortseinfahrt Delbrücker Str. bis Rathausstr., Rathausstr., Bahnhofstr., Lange Str., im Norden: Detmolder Str.(L867) und weiter die Neuenkirchner Str. (ebenfalls L867).

Kreis Paderborn
Schutzsaum in Delbrück, Salzkotten, Paderborn (Lippeseen) und Hövelhof

BU-1: Karte des in Lippe betroffenen Gebietes