Fußball – Ein Juwel für Integration

Büren. Der Leichtathletik-Verband Westfalen zeigt ab dem 25. Februar für rund vier Wochen eine Ausstellung im Bürener Rathaus, die sich mit dem Thema Integration durch Sport beschäftigt. Auf zehn doppelseitig bestückten Tafeln sind Beispiele vorbildlicher Integration in Nordrhein-Westfalen zu sehen.

Mesut Özil, Miroslav Klose, Lukas Podolski – sie haben bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine maßgeblich zum Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beigetragen. Ganz Deutschland feierte ‚unsere Jungs‘. Dass Spitzenfußballer in Polen und Brasilien geboren wurden oder ihre Eltern aus der Türkei, Spanien, Tunesien, Nigeria und Ghana stammen, stört die deutsche Fan-Seele nicht. Integration gelungen?

Der Alltag von 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland erzählt meist andere Geschichten. Ausländer bleiben in der Regel unter sich. Schulbildung und Ausbildung sind überwiegend schlechter als bei Deutschen, Lese- und Schreibschwächen unter Migranten sind eklatant weit verbreitet, es mangelt an Sprachkenntnissen.

Allein mehr als zwei Millionen der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland stammen aus türkischen Familien. Karrieren wie die von Mesut Özil sind dabei die absolute Ausnahme. Während der erfolgreiche Fußball-Profi auf seinen türkischen Pass verzichtet hat, gesellschaftlich anerkannt ist und sogar als eines der Aushängeschilder der deutschen Fußball-Nationalelf gefeiert wird, bleiben die meisten Türken in Deutschland allerdings unter sich. Integration misslungen?

Integration ist erfolgreich, wenn eine gleichwertige Teilnahme aller Bevölkerungsgruppen am gesellschaftlichen Leben erfolgt. Die Weichen hierfür werden im Bildungssystem gestellt. Eine Ergänzung dazu bilden die Mannschaftssportarten, wie zum Beispiel Fußball. Auch hier werden unter anderem das Sprachverhalten und soziale Kompetenzen verbessert.

„Wir schaffen Maßnahmen zur Bildung einer neuen Identität. Ein neues ‚Wir-Gefühl‘ entsteht, wenn Einheimische und Migranten die Herausforderungen des Fußballsports – z. B. Gewalt und Rassismus – gemeinsam bewältigen und sich weniger an der unterschiedlichen Herkunft, sondern vielmehr an der gemeinsamen Zukunft orientieren. Wir verurteilen und bekämpfen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit und fordern eine aktive Gleichstellungspolitik, die Menschen mit Migrationshintergrund fördert und ihr Potential anerkennt“, so der FLVW (Fußball und Leichtathletik Verband Westfalen).

Wie Integration im Sport funktioniert zeigt diese Ausstellung, die vom 25. Februar bis zum 18. März 2013 im Rathaus der Stadt Büren zu den allgemeinen Öffnungszeiten zu sehen ist.
Initiator des Projekts ist die Integrations-Kommission des FLVW (Fußball und Leichtathletik Verband Westfalen). Sie reist derzeit mit der Wanderausstellung durch das gesamte Bundesgebiet und macht nun auch in Büren Station.

Bild: Stadt Büren