Frühlingserwachen im Vogelpark

Vogelpark_EmueierDetmold-Heiligenkirchen. Bedächtig wiegt Friedrich-Wilhelm Eckstein die beiden Eier in seinen Händen. Jedes einzelne von ihnen gut 800 Gramm schwer und dunkelgrün glänzend. Eine Männerhand füllen sie vollständig aus. Zwölf Emu-Eier verzeichnet der Betreiber des Vogelparks Heiligenkirchen. Und die „australischen Einwanderer“ sind nicht die einzigen werdenden Vogeleltern im Park – Frühlingserwachen! Da hält es auch Eckstein nicht mehr in der Winterpause: Der Vogelpark Heiligenkirchen öffnet am Samstag, 8. März, zur neuen Saison.

Die milde Witterung bringt zwei bis drei Wochen früher als sonst Leben in den Spezialzoo vor den Toren Detmolds. Mehr als 1.000 Vögel und Säugetiere aus 300 Arten leben hier und begrüßen vielstimmig die wärmenden Sonnenstrahlen. Aus dem Boden sprießen bereits die 20.000 Narzissen, Tulpen und Krokusse, die Eckstein und sein Team als Frühlingsboten gepflanzt haben. Das Storchenpaar schließt derweil seinen Nestbau ab. Ende März oder Anfang April rechnet Eckstein auch bei Familie Adebar mit vier bis sechs Eiern. Zu diesem Zeitpunkt dürften die jungen Emus schon geschlüpft sein, wenn denn die Befruchtung erfolgreich war.

Neu im Park ist ein junges Mitu-Pärchen. Der schwarze Hühnervogel aus dem brasilianischen Küstenregenwald galt bis in die 50er-Jahre hinein als ausgestorben und ist auch jetzt noch extrem selten. Die beiden Mitu-Teenager entstammen der Liaison eines Hahnes, der bis 2012 in Heiligenkirchen lebte, mit einem Weibchen vom Niederrhein. Die „frühreifen Spätzünder“, wie Eckstein sie gerne nennt, können zwar vom ersten Tag an fliegen, brauchen aber drei Jahre bis zur Geschlechtsreife. Auch ihre beachtliche Größe bis 90 Zentimeter haben sie noch nicht erreicht.

Die Mitus gehören zu den 15 tierischen Bewohnern der neuen Südamerika-Voliere im Vogelpark. Zu ihren Mitbewohnern zählen nicht nur Papageien und andere Vögel. Auch Liszt-Affen und Weißbüschelaffen sind in der neuen Voliere zuhause. Erstmals hat Eckstein für den Bau Robinienholz benutzt. Es ist nicht nur besonders hart sondern auch krumm gewachsen. „Damit wirken die Volieren natürlich und optisch schöner“, erläutert der Vogelexperte. Details, die einige Meter weiter bei Emus und Störchen keinerlei Beachtung finden. Die schwelgen lieber weiter in Frühlingsgefühlen.

www.vogelpark-heiligenkirchen.de

 

BU: Der Frühling naht – der Emu-Nachwuchs hoffentlich auch. Vogelpark-Betreiber Friedrich-Wilhelm Eckstein und Emu-Dame „Adelaide“ freuen sich über das erste Gelege der neuen Saison.