Freundeskreis Ma​ntua bereiste italie​nische Partnerregion

Der Freundeskreis Mantua zu Gast in der italienischen Partnerprovinz. Foto: Kreis Paderborn

Paderborn. Bei herrlichem spätsommerlichem Wetter genossen 26 Mitglieder des Freundeskreises Mantua bei einer Herbstreise in die italienische Partnerprovinz die Kultur, Natur, den kulinarischen Reichtum und „die überwältigende Gastfreundschaft der italienischen Freunde“, betont der Vorsitzende und Kreistagsabgeordnete Friedhelm Hüwel. Großen Eindruck auf die Reisegruppe machte auch der weitläufige Herzogspalast „Palazzo Ducale“ in Mantua, von dessen Kunstschätzen leider nur die glücklicherweise nicht transportablen Wandfresken vor Ort erhalten geblieben sind. Insbesondere zahlreiche Gemälde des in Mantua tätigen Malers Andrea Mantegna (1431 – 1506) zieren heute die Sammlungen des Louvre in Paris. Allerdings blieb der Saal mit dem bedeutenden Deckenfresco verschlossen. Auch hier hatte das Erdbeben im Mai seine Spuren hinterlassen. „Auch andere historische Gebäude in Mantua zeigen deutliche Erdbebenschäden und müssen teilweise durch Gerüste gestützt werden“, schildert Hüwel seine Eindrücke.

Der Vorsitzende der Mantueser Freunde, Professore Mauritizio Fontanili, machte die angereisten Westfalen bei einem abendlichen Bummel mit der Atmosphäre sowie vielen historischen Bauwerken der malerischen Altstadt von Mantua bekannt, die überwiegend mit Mathilde von Tuszien sowie mit dem Herzogsgeschlecht der Gonzaga in Verbindung stehen. Der „Palazzo Te“ im manieristischen Stil, das Liebesnest eines Gonzagaherzogs mit freizügigen Fresken aus der griechischen Mythologie, sowie die Musikakademie von Mantua standen später auf dem Programm. Weitere bedeutende Bauwerke wie eine von Mathilde errichtete Rundkirche, die Kathedrale sowie die Kirche Sant´Andrea mit einer Reliquie des Heiligen Blutes Christi, die den Mantuesen sehr am Herzen liegt, und das kleine im Rokkokostil erbaute „Teatro Bibiena“,  ursprünglich Sitz einer wissenschaftlichen Akademie, faszinierte die Paderborner.

Das malerische Solferino auf den Moränenhügeln im Norden gelegen, sollte Geschichte schreiben. Solferino ist hauptsächlich bekannt durch die Schlacht zwischen Piemontesen und Franzosen gegen die damals herrschenden Österreicher am 24.6.1859, die auf beiden Seiten viele tausend Opfer forderte. Auch wenn die Zivilbevölkerung versuchte zu helfen, war das Elend unbeschreiblich. Der zufällige Zeuge Henri Dunant, ein Kaufmann aus der Schweiz, gründete aufgrund dieses Erlebnisses das „Rote Kreuz“. Im Nachbarort Castiglione delle Stiviere erinnert seit einigen Jahren ein Museum an die Ursprünge und an die Entwicklung der Roten Kreuzes.

Der Freundeskreis traf dort auch die Paderborner Domkantorei, die aufgrund der Partnerschaft des Kreises eine Chorreise in die Provinz Mantua unternommen hatte. „Wir sind auf einem guten Weg. Ziel ist es, die Freundschaft weiter zu vertiefen“, sagt Hüwel. Deshalb soll der Austausch von Schulen, Vereinen oder anderen Gruppen weiter gefördert werden werden.

Foto: Kreis Paderborn