„Frauen im interkulturellen Dialog“

Paderborn. „Gleichheit zwischen Männern und Frauen auf allen Ebenen.“ Das forderte die Festrednerin Dr. Sibylle Lindenberg beim feierlichen Empfang zum Internationalen Frauentag. 250 Gäste hatten sich dazu im Paderborner Rathaus eingefunden und wurden von Bürgermeister Heinz Paus und der Gleichstellungsbeauftragten Dagmar Drüke begrüßt. Neben Landrat Manfred Müller nahmen zahlreiche Mitglieder von Paderborner Frauengruppen und -verbänden, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft sowie interessierte Bürgerinnen am Empfang teil. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte die Newcomerband „Someway Saviors“.

Bürgermeister Heinz Paus brachte herzliche Grüße zum Frauentag mit und betonte: „Der Weltfrauentag hat im Jahreskalender einen wichtigen Platz erobert.“ Für ihn sei es eine Ehrenpflicht dabei zu sein. Einen Dank sprach er auch den Frauen aus, die sich für das Fotoprojekt „Zuhause in Paderborn“ zur Verfügung gestellt haben. Die Ausstellung im Bilderbogen des Stadthauses ist noch bis zum 28. März zu bewundern. Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund wurden gebeten, das zu fotografieren, was sie persönlich am ehesten mit dem Begriff „Zuhause in Paderborn“ verbinden. „Wir müssen uns intensiver anstrengen, um Integration weiter voranzutreiben“, so Paus und forderte auf, auf Frauen mit Zuwanderungsgeschichte noch stärker zuzugehen.

Dagmar Drüke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, schlug gekonnt den Bogen von den Anfängen des Frauentags vor 102 Jahren bis heute und zeigte die Schwierigkeiten von Frauen damals und heute auf. „Die Forderung nach Lohngleichheit zwischen Mann und Frau ist seit damals ein Dauerbrenner“, so Drüke. Ein Grund für den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied von immerhin noch 22 Prozent sei insbesondere, dass es überwiegend die Frauen seien, die beruflich zurücksteckten, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Die Folge sei, dass sie beruflich auf der Stelle träten. Sie forderte: „Väter müssen die Vereinbarkeitsfrage verstärkt auch zu ihrer eigenen Angelegenheit machen.“ Ein weiterer Grund für die Lohnungleichheit sei die unterschiedliche Bewertung von frauen- bzw. männertypischen Tätigkeiten: Männliche Arbeit an der Maschine sei eben leider immer noch besser angesehen und besser bezahlt als weibliche Arbeit an und mit Menschen.

Mit ihrem Vortrag „Frauen im interkulturellen Dialog“ setzte die Referentin Dr. Sibylle Lindenberg Akzente und beantwortete die Frage „Warum wir überhaupt über einen interkulturellen Dialog reden müssen?“ entschieden: Deutschland sei nun mal ein Einwanderungsland, weshalb diese Debatte auch stetig von Nöten sei. Die Pastpräsidentin von „Soroptimist International Deutschland“ forderte zudem klar ein, die Rolle der Frau und auch das große Thema „Integration“ stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Dabei stellte sie auch einen Bezug zu Paderborn her: „Entscheidend für das Gelingen von Integration sei vor allem die kommunale Ebene, die Wirkungsstätte vor Ort.“ Und gratulierte der Paderstadt zu ihrer hervorragenden interkulturellen Arbeit.

Die Newcomerband „Someway Saviors“ lieferte an dem Abend mit Songs wie „Fall“ oder „People help the people“ ein klangvolles musikalisches Rahmenprogramm aus eigenen Stücken und Coversongs und begeisterte mit ihrer Spielfreude das Publikum.

Bild: Stadt Paderborn – Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing