Fotowettbewerb für Kinder und Jugendliche: „Wie sehe ich meinen Vater“

Der Vater als Spielgefährte – eine der Rollen, die im Fotowettbewerb auftauchen könnte. Foto: Stadt Rheda-Wiedenbrück

Der Vater als Spielgefährte – eine der Rollen, die im Fotowettbewerb auftauchen könnte. Foto: Stadt Rheda-Wiedenbrück

Rheda-Wiedenbrück (pbm). „Wie sehe ich meinen Vater“ – das ist der Titel eines Fotowettbewerbs zu dem die Gleichstellungs- und Familienbeauftragte der Stadt Susanne Fischer Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 14 Jahren einlädt.

Die Rolle des Mannes ist im Wandel. Kinder und Jugendliche brauchen ihre Väter als Gegenüber, Begleiter und Ratgeber. Und wie sie sie am liebsten sehen, wobei sie sich mit ihren Vätern am wohlsten fühlen, ist Thema des Fotowettbewerbs. Die Fotos werden ab dem 28. September im Foyer des Rathauses ausgestellt. Alle, die mitmachen, erhalten ein kleines Dankeschön. Die drei besten Fotos werden von einer Jury ausgewählt und prämiert. Die Abzüge müssen 20 x 30 Zentimeter (etwa DIN A4) groß sein. Die Abgabe eines Fotos bedeutet gleichzeitig die Einverständniserklärung der Eltern zur Ausstellung. Die Eltern versichern auch, dass alle auf den Fotos abgebildeten Personen mit ihrer Ablichtung einverstanden sind. Die Abzüge müssen bis zum 7. September bei der Gleichstellungsstelle im Rathaus, Zimmer 149, oder bis zum 6. September im Historischen Rathaus eingereicht werden.

Weitere Informationen bei Susanne Fischer, Gleichstellungsstelle der Stadt Rheda-Wiedenbrück, Mail: susanne.fischer@gt-net.de.

Warum den Mann als Vater im Blickpunkt eines Fotowettbewerbs?

Dass die Rolle der Frau im Wandel ist, ist längst jedem klar. Schon seit über 100 Jahren begehen die Frauen am 8. März den internationalen Frauentag. Selbstverständlich wählen dürfen, politische Teilhabe, das Recht auf Berufstätigkeit, Zugang zu allen Berufsfeldern – das war der Anfang. Und immer noch sind die Frauen in der ganzen Welt zu Recht auf diesem Weg.

So ist der Kampf für die Gleichstellung der Frauen von Anfang an sehr zielorientiert geführt worden. Die Festlegung der Rolle der Frau auf die Gebärerin, die Erzieherin der Kinder und die Hüterin des Hauses wurde gesprengt.

Wie aber hat sich diese Entwicklung auf die Männer ausgewirkt. Schließlich deckten sie von außen betrachtet alle Rollen ab: Sie konnten und sollten schon immer das Geld für den Lebensunterhalt verdienen, hart und entschlossen sein, Herr des Hauses, und zum guten Schluss sollten sie auch noch der gestrenge Vater sein. Zu etwas anderem waren sie nach der damaligen Theorie auch gar nicht in der Lage. Lange galt der Mann nämlich als „unfähig zu lieben“, und damit auch als unfähig eine emotionale Bindung zu seinen Kindern aufzubauen.

Was also ändert sich? Das Bild des Mannes ist davon geprägt worden, dass er außer Haus der Macher und Richtungsgeber ist. Er hat die Macht Wege zu bestimmen. Macht aber fordert Gehorsam. Das hat ihn geprägt. Das hat ihn auf die Geschlechtsstereotype festgelegt, mit denen sich die Männer bis heute auseinandersetzen müssen: Sie werden als rational, empathielos, überlegen, zielorientiert und machtgierig beschrieben. Und je mehr sich die Rolle der Frau verselbständigte, sich unabhängig vom Mann entwickelte, umso mehr entdeckten die Männer, dass die Gesellschaft auch von ihnen Veränderungen erwartete. So entwickeln sich die Rollen von Mann und Frau diametral.

So stellt der Fotowettbewerb den Teil des Mannes in den Mittelpunkt, mit dem er bisher am wenigsten Anerkennung in der Gesellschaft finden konnte und um den er immer noch ringen muss. Inzwischen aber wollen die Männer ihre Vaterrolle intensiver leben, so die Untersuchungen heute. Wie die Kinder ihren Vater sehen ist deshalb eine spannende Momentaufnahme in einem Rollenwandel.