Forschungen der Fluidverfahrenstechnik unterstützten Industrie

Prof. Dr.-Ing. Eugeny Kenig, Lehrstuhl für Fluidverfahrenstechnik

Paderborn. Rasches Bevölkerungswachstum, höhere Lebenserwartung und Lebensstandards sowie eine stark intensivierte Kommunikation in einer globalisierten Welt führen zu einem steigenden Energiebedarf bei gleichzeitig immer knapper werdenden Ressourcen. Energie muss effizienter genutzt werden, dies betrifft vor allem energieintensive Prozessindustrien wie z. B. die Chemie- und Pharmaindustrie, Kraftwerke und die Lebensmittelindustrie. „Hier ist die Verfahrenstechnik gefordert, mit neuen Technologien und einer Prozessintensivierung das Maximum aus den eingesetzten Apparaten, Geräten und Prozessen herauszuholen“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Eugeny Kenig, Lehrstuhl für Fluidverfahrenstechnik, Universität Paderborn, in seiner Antrittsvorlesung. „Dazu werden Apparate stark verkleinert bzw. intelligent integriert. Das erleichtert den modularen Aufbau einer Fabrik und erhöht die Flexibilität und Effizienz“.

Das Team um Prof. Eugeny Kenig entwickelt dazu neue, effiziente Technologien für eine saubere Kraftwerkstechnik, clevere, auf Synergien basierte Reaktions- und Trennapparate sowie optimierte Kühl- und Erwärmungsprozesse. Neue Ansätze werden auch für das Wärmemanagement hinsichtlich der Netzstabilität und der Übertragung elektrischer Energie erarbeitet. Für die Chemieindustrie arbeiten die Paderborner Forscher z. B. im Rahmen des EU-Projektes „F3 Factory“ an einer „Fabrik im Kofferformat“ und setzen somit auf den Einsatz von Mikrotrennapparaten bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung.

„Wir brauchen ein grundlegendes Verständnis der komplexen Verfahren und müssen die Prozesse in ihrer Komplexität und ihren Wechselwirkungen ganz genau in allen Einzelheiten erfassen, um sie dann zu optimieren“, erklärt Eugeny Kenig. Die revolutionäre Entwicklung effizienter Computertechniken im Bereich der Kommunikation, der Datenspeicherung und -verarbeitung, der Simulation sowie der neuen experimentellen Methoden wie Computertomographie in den letzten 20 Jahren hat hierfür die notwendigen Grundlagen geschaffen.

Prof. Dr.-Ing. Eugeny Kenig leitet seit 2008 den Lehrstuhl für Fluidverfahrenstechnik. Seine Forschungsschwerpunkte sind integrierte Trennverfahren, Mikrotrennapparate sowie Problemstellungen prozessbezogener Energieeffizienz.

Foto: Universität Paderborn, Heike Probst