Flic Flac: „EXXTREM – Denn sie wissen, was sie tun“

FlicFlac_TimHildebrandt4(2)Bielefeld (iw). Völlige Dunkelheit. Alles schweigt. Spannung liegt in der Luft. Dann durchbricht eine tiefe, dunkle Stimme die Stille. „AN-AUS! AN-AUS! AN!“ Die Show beginnt.

Flic Flac ist ein Zirkus, der vollständig auf Tiere verzichtet und stattdessen für seine atemberaubende Akrobatik und seine gewagten Stunts deutschlandweit bekannt ist.
Letzten Samstag (21.9) startete das Programm „EXXTREM – Denn sie wissen, was sie tun“ in Bielefeld. Zur Premiere erschienen 1.500 Zuschauer.

Ein Zirkus der Superlative: Das größte reisende Zelt und die höchste Megarampe – in ganz Europa! Das schwarz-gelbe 8-Mast-Zelt umfasst 120 mal 160 Meter, während auf der 15m hohen Rampe tollkühne Rollerblader (unter ihnen die Weltmeister dieser Disziplin!) und BMX-Helden ihre Stunts zum Besten geben.

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Gegründet wurde der Zirkus 1989 von den Brüdern Benno und Lothar Kastein in Bocholt im Münsterland. Namensgebend war die Turnübung „FlickFlack“ (Handstützüberschlagbewegung, rückwärts ausgeführte 360° Drehung in der Luft). Die Show ist sowohl modern als auch unkonventionell und mit hohem technischen Aufwand verbunden. Mit dem Zirkus reisen rund 180 Personen, darunter etwa 50 Artisten und ihre Familien. Circa 90 Angestellte (Zeltmeister, Techniker, Requisiteure, Musiker und Büropersonal) sind für den organisatorischen Ablauf verantwortlich.

Kennzeichnend für das Flic Flac ist das „Todesrad“ und der „Globe of Speed“. Bei Ersterem handelt es sich um eine Stahlkonstruktion, die an einer Achse aufgehängt ist und sich um diese dreht. An den beiden Enden befindet sich ein seitlich offener Zylinder, in dem sich jeweils ein bis zwei Artisten mit atemberaubender Leichtigkeit bewegen. Am höchsten Punkt der Drehung kommen die Zylinder der Zeltdecke sehr nahe. Das zweite Markenzeichen besteht aus einer Eisenkugel mit einem Durchmesser von 6,50 Metern, in der bis zu neun Fahrer auf leichten Cross-Maschinen ihr Können unter Beweis stellen.

Mensch, Muskeln und Maschine“

Fahrräder, Roller-Blades, Motorräder, Gabelstapler, Traktoren und ein Clown – Flic Flac bietet dem Publikum ein sowohl abwechslungsreiches als auch atemberaubendes Programm. Langeweile? Keineswegs! Von der ersten bis zur letzten Sekunde: Spannung pur!

FlicFlac_TimHildebrandt9(2)Was heraussticht ist die beeindruckende Zusammenarbeit im Team. Die Akteure feuern sich gegenseitig an, applaudieren ebenso euphorisch und begeistert wie das Publikum für ihre Kollegen. Vollständiges Vertrauen und eine genaue Absprache in der Choreographie unterstreichen die Zusammengehörigkeit der Darsteller.
Diese werden dem Motto „EXXTREM“ voll und ganz gerecht: In schwindelerregender Höhe, kurz unter der Zeltdecke, turnen die Artisten elegant durch die Lüfte, während die enorme Gelenkigkeit einiger Sportler und Sportlerinnen allein beim Zugucken schmerzt. Die BMXler, Rollerblader sowie die Cross-Fahrer beeindrucken mit rasanten Geschwindigkeiten.

Auffällig ist das Zusammenspiel von Handlung und Musik, die genau aufeinander abgestimmt ist. Das gegensätzliche und unkonventionelle Musikprogramm ist faszinierend: Von Rock und Heavy Metal (größtenteils von „Rammstein“) bis hin zu leidenschaftlichen, romantischen Liebesliedern. Durch das Programm führt der Düsseldorfer Sänger Frank Fabry als dämonischer Zeremoniemeister.
Doch die Gegensätzlichkeit ist nicht nur in der Musik zu finden. Das Spiel mit Licht und Schatten, sowie Feuer und Wasser bietet phänomenale Kontraste.

Bis zum 13. Oktober gastiert Flic Flac in Bielefeld. Vorführungen: dienstags bis samstags 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr. Am Nachmittag samstags um 16 und sonntags um 15 Uhr. Zusätzlich: 3.10 um 16 Uhr. Für weitere Informationen sowie den Kartenverkauf klicken Sie HIER!

BU1: Die unglaubliche Gelenkigkeit der einzelnen Artisten.
BU2: Das „Todesrad“.
BU3: Ohne vollständiges Vertrauen wäre diese Nummer schlichtweg unmöglich.

Text: Ines Wollenteit
Fotos: Tim Hildebrandt