Fitness und Spaß beim Siba Aktivtag

Foto: Zentrale Öffentlichkeitsarbeit Stadt Gütersloh

Gütersloh (gpr). Wer rastet, der rostet. Das ist seit Generationen bekannt und heute wissenschaftlich belegt. „Gesundheit braucht Bewegung“ formuliert Professor Dr. Henning Allmer. Der Wissenschaftler vom Kölner Institut für angewandte Gesundheitswissenschaften plädierte auf dem Siba-Aktivtag in der Anne-Frank-Schule für Bewegung im Alter. Dies halte Körper und Geist fit. In der Arbeitsgemeinschaft Siba – Sport im besten Alter – agieren Kreissportbund, Stadtsportverband, Seniorenbeirat und Stadt Gütersloh. Das Netzwerk wurde vor fünf Jahren gebildet und brachte bereits einige Initiativen auf den Weg. Samstag veranstaltete es einen Aktivtag mit dem Titel „Bewegt ÄLTER werden“.

Männer und Frauen im Alter von fünfzig bis achtzig plus waren eingeladen hereinzuschauen, sich zu informieren und mitzumachen. 120 Personen hatten sich angemeldet, weit mehr nutzten das kostenfreie Angebot. Achtzehn Workshops mit vierzehn ausgesuchten Bewegungsangeboten standen zur Wahl. Zwölf Sportvereine waren beteiligt. Ein Team der DJK sorgte für Speisen und Getränke. In 60 Minuten dauernden Kursen bekamen die Teilnehmer praktische Einblicke in Latino Dance Fitness, Karate für junge und ältere Menschen, Tischtennis – dem Spiel für Flexible und Kreative. Sie lernten Crossboccia kennen, dies basiert auf den Spielen Boccia und Boule, und versuchten sich in Life-Kinetik, einer Trainingsform, die Denken und Bewegung kombiniert und die geistige Fitness positiv beeinflusst. Qigong und Tai Chi sollen wissenschaftlichen Studien zufolge das Sturzrisiko im Alter mindern. Wer bereits einen Rollator nutzt, kann mit kleinen Spaziergängen und gymnastischen Bewegungen Herz und Muskeln kräftigen.

Für Menschen von mehr als achtzig Jahren wurde das Programm „Fit für 100“ entwickelt, Bewegungen im Sitzen, für Fuß und Vene. Zum Auftakt bewiesen zwölf Damen aus dem Gütersloher Turnverein als „lebende Trommeln“, wie viel Freude solche Darbietungen machen. „Zusammen sind sie rund 1000 Jahre alt“ sagte Moderatorin und Vorsitzende vom Kreissportbund, Margret Eberl. „Was das Alter betrifft, ist Deutschland Spitzenreiter in Europa“ stellte Bürgermeisterin Maria Unger fest.

„Die eigene Vorstellung vom Alter ist ein wesentlicher Faktor“ sagte Professor Allmer. Bewegungsaktive Menschen seien deutlich geistig und körperlich fitter, hätten ein geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken und eine geringere Sterblichkeit. Wissenschaftlich sei erwiesen, dass Durchblutung und Stoffwechsel im Gehirn sowie die Bildung von Gehirnzellen und Synapsen gefördert werde. Wie kann man den inneren Schweinehund überwinden? Einige Tipps hatte er parat, unter anderem plädierte er für Mehrgenerationenspielplätze.