„Europa – wichtiger denn je“

IMG_1414Kreis Paderborn. Bühne frei für Musik und Volkstanz heißt es erneut vom 26. Mai bis 1. Juni 2013. Dann öffnet sich der Vorhang für die 30. Internationale Jugendfestwoche Wewelsburg. Europas Jugend tanzt und musiziert eine Woche lang an geschichts- und symbolträchtigen Orten im Kreis Paderborn. Rund 700 Tänzer und Musiker aus Bulgarien, Estland, Finnland, Italien, Irland, Österreich, Polen, Kroatien, Schweiz, Spanien und aus elf einheimischen Gruppen werden gemeinsam die traditionelle Festwoche in Gastfamilien aus dem Kreis verbringen. „Europa – wichtiger denn je“, lautet das Motto der diesjährigen Jugendbegegnung, die alle zwei Jahre stattfindet und jedes Mal neu Aktive und Zuschauer gleichermaßen begeistert.

„In einer Zeit, wo diskutiert wird, wer zu viel oder zu wenig bezahlt, soll das Motto auch daran erinnern, dass wir in diesem Europa auf 68 Jahre Frieden zurückblicken können“, sagt Landrat Manfred Müller, von dem auch der Titel stammt. Die Internationale Jugendfestwoche sei deshalb mehr als eine Aneinanderreihung von Konzerten und Auftritten. Ein europäisches Gefühl der Zusammengehörigkeit könne nur wachsen, wenn Menschen sich begegnen. „Gerade in Zeiten von Facebook & Co. bietet die Jugendfestwoche echte Begegnungen, von Gesicht zu Gesicht“, betonte Maria Beckmann-Junge, Vorsitzendes des Jugendhilfeausschusses des Kreises Paderborn. Das seien Erlebnisse, „die das Leben prägen“, so Beckmann-Junge.

Hermann Hutsch, Leiter des Paderborner Kreisjugendamtes, zeigt sich fasziniert davon, dass die Gruppen schon sehr bald nach ihrer Ankunft ein internationales Orchester bilden und alles von Anfang an perfekt harmoniere. „Gelobt wird stets auch die deutsche Mentalität und die westfälische Gastfreundschaft“, ergänzt Hutsch. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind in rund 250 Gastfamilien untergebracht. Das erlaube ein Kennenlernen von innen. Die musischen Leiter der Festwoche, Markus Smolin und Dr. Wolfgang Ehlert, nehmen immer wieder neu die Begeisterung der jungen Menschen mit, die mit ihren Trachten aus ganz Europa anreisen und in vielen Arbeitskreisen wie Brauchtumspflege, aber auch Geschichte, voneinander und miteinander lernen. Beide sorgen dafür, dass hinter den Kulissen alles reibungslos läuft, die Auftritte spielerisch gelingen und „man die ganze Logistik dahinter nicht spürt“, sagt Smolin.

Dr. Wolfgang Ehlert betont, dass die Festwoche ein „tief empfundenes Erleben“ von Europa in die beteiligten Länder trage. Beim Bekenntnis zum Frieden, dem traditionellen Abschluss der Festwoche auf dem Ehrenfriedhof im Friedenstal bei Wewelsburg, sei diese Stimmung besonders spürbar.

Zehnmal hat Bernhard Lünz, Mitarbeiter des Paderborner Kreisjugendamtes, die Jugendfestwoche organisatorisch geleitet. Denn auch die An- und Abreise der Teilnehmer, ihre Unterbringung und Versorgung muss klappen. Lünz hat in dieser Zeit bereits Tausende von Schnitzeln und literweise Ketchup bestellt. Er übergibt die Leitung nun an Anna Brathun und Carlos Tomé vom Paderborner Kreisjugendamt.

Alles ist vorbereitet. Alle Beteiligten hoffen nun auf gutes Wetter. „Denn wenn es regnet, weichen die Trachten durch. Und die müssen eine Woche lang halten“, ergänzt Smolin. Deshalb wurden auch für alle Veranstaltungen Ausweichorte bei Regen organisiert.

Eröffnet wird die internationale Jugendfestwoche am Sonntag, 26. Mai um 15 Uhr auf der Almewiese am Fuße der Wewelsburg (bei Regen in der Sälzerhalle Salzkotten). Tanzen auf Gut Böddeken (bei Regen in der Sälzerhalle in Salzkotten) am Donnerstag, den 30. Mai ab 14:30 Uhr ist ein weiterer Klassiker der Woche. Im Mittelpunkt stehen der traditionelle Bändertanz und die große Polonaise aller teilnehmenden Tänzerinnen und Tänzer. Auf dem Internationen Markt bieten die Gruppen landestypische Erzeugnisse an. Ab 19:00 Uhr startet der Musikalische Abend im Innenhof von Gut Böddeken (bei Regen in der St. Johannes Pfarrkirche Salzkotten). Kurzauftritte haben die Tanzgruppen am Freitag, den 31. Mai ab 15:00 Uhr in der Paderborner Innenstadt an der Mariensäule. Mit dem Bekenntnis zum Frieden am Samstag, den 1. Juni um 16:00 Uhr im Tal des Friedens bei Wewelsburg (bei Regen ab 17 Uhr in der Jesuitenkirche Büren) setzen die Gruppen traditionsgemäß zum Abschluss der Woche ein Zeichen für Verständnis und Toleranz zwischen den Völkern. Das Tal des Friedens befindet sich zwischen Gut Böddeken und Altenböddeken, etwa drei Kilometer außerhalb von Wewelsburg.

Foto: Stadt Paderborn

BU: von links nach rechts: Mit wehenden Fahnen für Europa – Freuen sich auf die 30. Internationale Jugendfestwoche: Dr. Wolfgang Ehlert, Carlos Tomé, Anna Brathun, Markus Smolin, Hermann Hutsch, Maria Beckmann-Junge, Bernhard Lünz, Landrat Manfred Müller