Erster Spatenstich für das Stadtteilzentrum in Bärenkämpen

Minden. Bei strömendem Regen, aber dennoch gut gelaunt haben am Bürgermeister Michael Jäcke, Ortsvorsteher Dieter Kühl (Bärenkämpen), Stadtkämmerer Norbert Kresse und die Koordinatorin für das Stadtteilmanagement, Ute Hildebrandt, den ersten Spatenstich für einen „wichtigen Meilenstein“ gesetzt. Auf dem Grundstück Sieben Bauern 20 A wird das jetzt das erste Stadtteilzentrum Mindens gebaut, das Ende 2018 stehen soll. Rund 70 Bürger*innen und Bürger aus Minden-Bärenkämpen, Projekt-Beteiligte und Gäste waren der Einladung der Stadt Minden zum Spatenstich gefolgt. Diese konnten sich auch schon einen ersten Eindruck vom Grundriss des Gebäudes machen, das mittels Stangen und Flatterband abgesteckt war.

: Bürgermeister Michael Jäcke konnte rund 70 Gäste auf dem Grundstück des künftigen Stadtteilzentrums begrüßen.

: Bürgermeister Michael Jäcke konnte rund 70 Gäste auf dem Grundstück des künftigen Stadtteilzentrums begrüßen.

Einigermaßen regensicher unter bunten Pavillons konnten Bürgermeister, Ortsvorsteher und Koordinatorin ihre Grußworte sprechen. „Mit diesem Ort der Begegnung wollen wir uns als Stadt aktiv vor Ort engagieren und einbringen“, strich Michael Jäcke heraus. Mit dem Stadtteilmanagement konzentriere sich die Stadt zunächst auf die Stadtbezirke, wo der Zugang zu Bildung, Teilhabe und Chancengerechtigkeit unterstützt werden soll und muss. In Rodenbeck, Bärenkämpen und im Stadtbezirk Rechtes Weserufer lebe eine hohe Zahl von Menschen – und eben auch Kinder und Jugendliche -, die von staatlichen Leistungen abhängig sind. „Dazu kommt, dass hierher in den vergangenen zwei Jahren auch viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte gezogen sind, für die es sehr wichtig ist, Integrationsangebote und Treffpunkte zu schaffen“, so Jäcke weiter.

Mit der Stadtteilarbeit in den drei Bezirken werden rund 21.000 Einwohner*innen erreicht. Ziel sei es, die Menschen generationenübergreifend zu aktivieren, sowie Angebote und Anlaufpunkte schaffen. „Wir wollen unterschiedliche Kulturen zusammenbringen und Integration auch wirklich leben“, unterstrich der Bürgermeister. Das alles wäre nicht möglich, wenn es für das Quartiersmanagement keine Förderung gegeben hätte. Anfang 2016 habe die Stadt Minden davon erfahren, dass das Land Nordrhein-Westfalen ein Sonderprogramm für „Hilfen im Städtebau für Kommunen und zur Integration von Flüchtlingen“ auflegt. Flugs wurde eine fachbereichsübergreifende Arbeitsgruppe gegründet, die innerhalb von acht Wochen in Frage kommende Projekte erarbeitet und eingereicht hat. Dafür gab es am vergangenen Mittwoch großes Lob vom Bürgermeister.

Minden hat schließlich den Zuschlag für eine Fördersumme von 2,6 Millionen Euro für Projekte mit einem Gesamtvolumen von 2,9 Millionen Euro erhalten. Acht Maßnahmen wurden eingereicht, vier können nun verwirklicht werden. Das sind der Bau des Stadtteilzentrums in Bärenkämpen für knapp zwei Millionen Euro, die Erweiterung der Kita in Bärenkämpen, die Ausstattung mit einem Verfügungsfonds und die Ergänzung des Stadtteilmanagements mit geförderten Stellen.

Insgesamt fünf Stadtteilmanager*innen sind ab 1. August in Minden aktiv. Guido Niemeyer (für Rodenbeck) und Robin Flohr (für Bärenkämpen) bekommen mit Christian Niehage (Rodenbeck) und Elke Ruhe-Hartmann (Bärenkämpen) Verstärkung. Für das Rechte Weserufer ist ab Anfang August Erik Hasse beschäftigt. Hier liegt der Schwerpunkt in der altersgerechten Stadtteilarbeit. Unterstützt werden die Quartiersmanager*innen von Integrationsassistenten mit Einwanderungsgeschichte, die über die PariSozial beschäftigt und über den kommunalen Arbeitsmarkt des Kreises Minden-Lübbecke gefördert werden. Das sind neben Kameran Ebrahim, der diese Aufgabe schon seit einigen Jahren in Rodenbeck hat, Youssef Omeirat (für Bärenkämpen), Akila Cheich Houssein (für Rodenbeck) und Abdul Khaleq Ahmadi (für das Rechte Weserufer).

Der Entwurf für das Stadtteilzentrum kommt aus der Gebäudewirtschaft der Stadt Minden. Die Architekten Volker Gertges und Christoph Gleffe haben zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen der Arbeitsgruppe und mit Koordinatorin Ute Hildebrandt das Raumkonzept erarbeitet. Eng eingebunden in die Planung war auch das Netzwerk „Bunte Kuh“, das schon seit vielen Jahren in Bärenkämpen erfolgreich aktiv ist. Ortsvorsteher Dieter Kühl freut sich über das Großprojekt und den neuen Treffpunkt, den es demnächst für alle Menschen in Bärenkämpen geben wird.

Das rund 870 Quadratmeter große Gebäude wird eingeschossig gebaut und ist barrierefrei. Mit größtenteils bodentiefen Fenstern und einem Oberlicht im Zentrum des Daches soll es offen wirken und insgesamt hell sein. Die Bühne im Veranstaltungsforum soll auch nach außen hin zu nutzen sein. Es soll auch Sitz des Stadtteilmanagements sein, welches auch für die Verwaltung und die Weiterentwicklung des Zentrums zuständig ist. Auf großen Zuspruch traf, dass hier der Bezirksdienst der Polizei in Bärenkämpen mit einem Büro einzieht. Des Weiteren werden in dem Gebäude Beratungs- und Besprechungsräume – zum Beispiel für Wohlfahrtsverbände aber auch für städtische Dienststellen – bereit gestellt. Die Veranstaltungs- und Gruppenräume können für Kurse, Sprachkurse, Informationsveranstaltungen und Kreativangebote sowie von Vereinen und Initiativen für verschiedene weitere Angebote genutzt werden.

Im Stadtbezirk Bärenkämpen mit mehr als 6.700 Einwohnern lebt eine hohe Zahl an Leistungsempfängern – mit und ohne Migrationshintergrund. Auch viele Asylsuchende haben hier eine neue Heimat gefunden. „Es fehlten hier bislang offene Treffpunkte, an denen sich insbesondere Eltern, aber auch junge Erwachsene austauschen konnten“, macht Ute Hildebrandt in ihrem Grußwort deutlich. Gleichzeitig gebe es aber in Bärenkämpen bereits seit Jahren diverse Angebote externer Träger wie Elterncafés, Sprachkurse, Verfahrensberatung, Veranstaltungen der kulturellen Bildung, Begleitung im Alltag, Ehrenamt für Flüchtlinge und vieles mehr. Daher sei es absolut sinnvoll, diese an einem Ort „quasi als Netzknoten“ zusammen zu fassen.