Erste Planungswerkstatt erfolgreich

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An den fünf Arbeitstischen wurden viele Ideen gesammelt, aber auch intensiv diskutiert.

Minden. „Wir wollen gemeinsam dieses Quartier gestalten und entwickeln und Sie alle können daran mitwirken“, fasste Bürgermeister Michael Buhre in seiner Begrüßung zur ersten Planungswerkstatt im ehemaligen Hertie-Gebäude für das Quartier Wesertor am vergangenen Donnerstag (30. August) zusammen und wünschte sich zudem „viele Ideen“. Die gab es dann im Anschluss auch an den fünf Arbeitstischen zu den Themen Einzelhandel & Nutzungsvielfalt, Mobilität & Verkehrserschließung, Minden an die Weser bringen (Schlagde & Promenade), Johanniskirchhof (Vernetzung & Quartiersanbindung) sowie Baukörper & Gebäudekonzept.

Als Wünsche und Anregungen kamen unter anderem aus den Arbeitsgruppen den Johanniskirchhof durch Gastronomie zu beleben, hier insgesamt die Aufenthaltsqualität zu verbessern, ein vielfältiges Nutzungskonzept, das nicht nur Einzelhandel vorsieht, für das Center zu erstellen, die Zugänge zum Johanniskirchhof zu erhalten und insbesondere die Johannispassage offener zu gestalten. Zudem kamen Vorschläge, die Schlagde von Parkflächen zu befreien, eine großzügige Weserpromenade anzulegen, den Tunnel von der Tränke zur Schlagde aufzuwerten, das Center an den ÖPNV anzubinden, Fahrrad-Stellplätze im Quartier zu schaffen, die Baukörper des Centers in der Höhe zu staffeln und über mögliche Kreisverkehrsplätze nachzudenken.

Rund 180 Bürgerinnen und Bürger verfolgten zunächst die vier Impulsvorträge zu den Themen Städtebau, Einzelhandel, Verkehr und zum Objektkonzept. „Es geht um ein Stück Stadt, das hier geplant werden soll“, brachte Städtebau-Experte Professor Wolfgang Christ vom Urban Index-Institut in Weimar das Ziel der drei Werkstätten auf den Punkt. Es gehe hier nicht nur um ein Einkaufcenter, sondern auch um die Chance, öffentlichen Raum neu zu gestalten und damit eine Stadtqualität zu schaffen, die Lebensqualität ausmacht.

Diplom-Geograf Martin Kremming von der CIMA GmbH (Lübeck) stellte erste Ergebnisse einer Passantenzählung vor, wonach die Frequenz – bis auf in der westlichen Bäckerstraße – in allen Bereichen der Fußgängerzone im Vergleich zu 2006 abgenommen hat. Die CIMA hat für eine noch zu erstellende Einzelhandelsstudie in Zusammenhang mit der geplanten Center-Entwicklung bereits 400 Haushalte in Minden nach ihrem Einkaufsverhalten befragt.

Auch die Mobilität war ein Thema des Abends. Hier ging es unter anderem um mögliche Kreisverkehre, den möglichen Rückbau breiter Straßenflächen und das Parken im Quartier. Das Büro SHP Ingenieure aus Hannover werde in den kommenden 14 Tagen eine Verkehrszählung im Bereich Grimpenwall/Wesertor durchführen, kündigte Diplom-Ingenieur Jörn Janssen an. Diese Zahlen würden in der zweiten Werkstatt am 20. September vorgestellt.

Im vierten Impulsvortrag zeichnete Diplom-Ingenieur Andreas Fuchs, ECE GmbH, ein erstes Funktionskonzept des Centers auf einen Plan. Danach plant ECE, mindestens drei Baukörper, die untereinander verbunden sein sollen, auf dem Areal des ehemaligen Hertie-Gebäudes, des jetzigen C&A-Gebäudes und des ehemaligen Desuma-Gebäudes (jetzt Bowlingbahn) zu errichten. Auch deutete er die später viel diskutierte Vision eines so genannten „Stadtbalkons“ als Dach einer angedachten Parkpalette auf der Schlagde an. Die Palette könne Stellplätze ersetzen, die dann auf der Schlagde im Bereich zur Fischerstadt für eine Neugestaltung wegfallen könnten, so Fuchs.

In der ersten Werkstatt ging es darum, den Bestand aufzunehmen, die Situation zu bewerten sowie Chancen und Ideen herauszuarbeiten. Die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen fließen nun in die zweite Werkstatt am 20. September ein und sollen hier unter dem Titel „Centerkonzept im Kontext und Varianten“ vertieft werden. Diese beginnt um 18 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr) ebenfalls im ehemaligen Hertie-Gebäude an der Bäckerstraße.

Anfang Juni hatte es im Rathaus bereits eine moderierte Auftaktveranstaltung und Einwohnerversammlung zur Entwicklung des Wesertor-Quartiers gegeben. Die dritte Werkstatt ist für den 24. Oktober terminiert. Moderiert und begleitet werden alle drei Planungswerkstätten von Andreas Jacob, Geschäftsführer der Forschungs- und Informations-Gesellschaft für Fach- und Rechtsfragen der Raum- und Umweltplanung (FIRU) mit Sitz in Kaiserslautern.

Zwischen den Planungswerkstätten besteht die Möglichkeit, weitere Ideen und Anregungen in einem Online-Forum, das über die Website www.minden-gestalten.de erreicht wird, einzubringen. Darüberhinaus ist unter dem Titel „Minden Gestalten“ auch eine Facebook-Fanpage eingerichtet worden. Am 15. September findet auf dem Johanniskirchhof und im Kulturzentrum BÜZ ab 14 Uhr ein Sommerfest statt, zu dem alle Mindener und Menschen aus der Region eingeladen sind.

Foto: Stadt Minden