Ergebnisse Viertelfinale – Volleyball DVV-Pokalfinals

Es stehen nur noch die Halbfinals der Frauen- und Männer-Teams im DVV-Pokalwettbewerb an, dann ist das Ziel DVV-Pokalfinale im GERRY WEBER STADION in HalleWestfalen und der nationale Volleyballsport hat seinen emotionalen Saisonhöhepunkt erreicht.

Berlin/HalleWestfalen. Insgeheim hatte man auf Seiten der GERRY WEBER Management & Event OHG darauf gehofft, dass der USC Münster die Viertelfinalhürde nehmen werde. Das hat nichts mit Parteilichkeit seitens des örtlichen Haller Veranstalters des DVV-Pokalfinals zu tun, sondern ist begründet in der geographischen Nachbarschaft zu Münster. Immerhin stand das USC-Team beim Pokaldebüt 2006 im Endspiel im GERRY WEBER STADION und dieses Dabeisein hat mehr als 3.000 Fans in die ostwestfälische Eventarena gelockt. Doch die Hoffnungen auf ein Weiterkommen wurden am gestrigen Mittwochabend (28. November) in der Sporthalle Berg Fidel durch eine 0:3-Niederlage der Allianz MTV Stuttgart zunichte gemacht.

Weiter im Wettbewerb sind dagegen Pokalverteidiger Schweriner SC, der letztjährige Vize-Pokalsieger Rote Raben Vilsbiburg und der Bundesliga-Tabellenführer VC Wiesbaden. Diese vier Teams standen im Übrigen auch im vergangenen Jahr im Semifinale und können sich weiterhin Hoffnungen auf eine Teilnahme im Pokalfinale am 03. März 2013 in der ostwestfälischen Lindenstadt machen, denn man spielt nicht alle Tage vor einer Kulisse von über zehntausend begeisterten Zuschauern.

In der Neuauflage der Finalspiele um die Deutsche Meisterschaft hat der Schweriner SC erneut den Dresdner SC bezwungen. Das Topspiel der Frauen-Viertelfinals endete überraschend klar nach nur 70 Spielminuten mit 3:0. Schwerin setzte die Gäste aus Sachsen vor allem mit dem Aufschlag gehörig unter Druck. Im zweiten Satz etwa legte Spielführerin Denise Hanke wie bereits im Champions-League-Spiel gegen Urbino eine fulminante Aufschlagserie hin. Dresden musste den Belastungen der vergangenen Wochen Tribut zollen und verpasste wie schon in der letzten Spielzeit den Einzug ins Halbfinale.

Ebenfalls ohne Probleme ist Vorjahresfinalist Rote Raben Vilsbiburg in die Runde der letzten Vier eingezogen. Beim Köpenicker SC Berlin gelang den Raben ein ähnlich klares Resultat wie den Schwerinerinnen. Beim 3:0 war nur der erste Satz knapp. Spätestens beim 16:11 im zweiten Satz war die Partie entschieden. „Das war ein Schlüsselmoment, bis zu diesem Zeitpunkt war das Spiel offen“, sagte Raben-Coach Guillermo Gallardo. Vilsbiburg hat sich damit eindrucksvoll für die 0:3-Heimpleite in der Bundesliga gegen die Köpenickerinnen revanchiert.

Allianz MTV Stuttgart hat es im dritten Jahr in Serie unter die letzten vier Teams geschafft. Mit 3:0 gewann das Team von Trainer Jan Lindenmair in Münster. Zwar sind die Satzergebnisse allesamt eng, doch in den entscheidenden Momenten behielten die Schwäbinnen die Nerven und den Münsterinnen bleibt nur die bittere Erkenntnis, dass sie seit 2006 nicht mehr das Pokalfinale erreicht haben. Die spannendste Pokalauseinandersetzung fand gestern Abend in Aachen statt, wo sich die Alemannia im Duell mit Bundesliga-Spitzenreiter VC Wiesbaden ein Fünf-Satz-Match lieferte. Trotz einer 8:5-Führung im Tiebreak unterlagen die Gastgeberinnen knapp mit 2:3.

Grenzenloser Jubel in der Arena Kreis Düren: Evivo Düren hat Titelverteidiger VfB Friedrichshafen im Pokal-Viertelfinale mit 3:0 niedergeschmettert und damit eine echte Pokalüberraschung geschafft. Diagonalangreifer Sebastian Gevert avancierte mit 20 direkten Zählern einmal mehr zum Matchwinner. Nach vier sieglosen Bundesliga-Spielen der Dürener in Serie hatten wohl auch die Häfler nicht mit einer derart starken Vorstellung der Gastgeber gerechnet. „Wir haben uns kaum gewehrt“, sagte VfB-Trainer Stelian Moculescu nach der Partie, „und das ist schlicht und einfach nicht gut.“ Das unerwartete und frühe Ausscheiden aus dem Pokal tue „sehr, sehr weh“, bekannte Moculescu geknickt. „Wir treffen auf eine Mannschaft, die mit Spaß an die Sache rangeht und kämpft – vor allem gut verteidigt – und dann setzen wir uns selbst unter Druck und sind dem nicht gewachsen.“

Ebenfalls unter den letzten Vier ist der Pokalfinalist 2012 Generali Haching, der Vorjahres-Halbfinalist Moerser SC sowie der TV Rottenburg. Die Schwaben setzten sich im Baden-Württemberg-Derby gegen den TV Ingersoll Bühl mit 3:1 durch und stehen damit zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte im Pokal-Halbfinale. Markus Pielmeier nutzte in einer umkämpften Partie mit einem Lob clever den zweiten Matchball. Die Freudentänze in der Tübinger Paul-Horn-Arena lösten vorzeitige Fastnachtsstimmung aus. „Was soll ich da noch sagen: Wer so abwehrt, wer so aufschlägt, wer so angreift und das alles noch clever und intelligent durchspielt, hat einfach den Sieg verdient“, lobte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger seine Jungs.

In Moers sah es lange danach aus, als dürften die Gäste von Chemie Volley Mitteldeutschland am Ende tanzen. Doch die >Adler vom Niederrhein< drehten das Spiel nach 0:2-Satzrückstand noch in einen 3:2-Sieg um. Der zweimalige Pokalsieger Moers hat es damit zum dritten Mal in Folge unter die besten vier Teams geschafft. 2009 hatte das Team von Trainer Chang Cheng Liu zuletzt im Finale gestanden.

Generali Haching hatte beim Zweitligisten SVG Lüneburg wie erwartet keine Probleme und ist nach dem frühen Ausscheiden der BR Volleys im Achtel- und von Friedrichshafen im Viertelfinale der große Favorit auf den Pokalsieg. Beim Team von Trainerin Sylvia Roll gewann der dreimalige Pokalsieger mit 3:0, doch Lüneburg präsentierte sich achtbar. Letztlich hatten sie  aber keine Chance gegen die Übermacht des Bundesliga-Spitzenteams. „Das war ein Jahrhundertspiel für Lüneburg. Die Stimmung war super, es war richtig laut. Das war eine tolle Kulisse“, resümiert Hachings Trainer Mihai Paduretu.

DVV-Pokal • Viertelfinale Frauen:

Alemannia Aachen – VC Wiesbaden 2:3 (19:25, 25:22, 12:25, 26:24, 11:15)

Schweriner SC – Dresdner SC 3:0 (25:20, 25:19, 25:15)

Köpenicker SC Berlin – Rote Raben Vilsbiburg 0:3 (23:25, 17:25, 10:25)

USC Münster – Allianz MTV Stuttgart 0:3 (23:25, 27:29, 24:26)

DVV-Pokal • Viertelfinale Männer

evivo Düren – VfB Friedrichshafen 3:0 (25:23, 30:28, 25:22)

Moerser SC – CV Mitteldeutschland 3:2 (17:25, 31:33, 25:22, 25:20, 15:10)

SVG Lüneburg – Generali Haching 0:3 (17:25, 19:25, 15:25)

TV Rottenburg – TV Ingersoll Bühl 3:1 (25:22, 27:29, 25:18, 25:20)

Die weiteren Pokaltermine

28. bis 30. Dezember 2012:  Halbfinale

03. März (Sonntag) 2013:     Finale (GERRY WEBER STADION • HalleWestfalen)

Foto: Gerry Weber World