Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Hochschule OWL und BUND Lemgo

Cisse Tidjani, Johannes Westerhold, Professor Dr. Jürgen Zapp und Willi Hennebrüder beim Pflücken von Äpfeln für die Analysen

Lemgo. Die Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Hochschule OWL und der Lemgoer Ortsgruppe im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland wird weiter fortgesetzt. Professor Dr. Jürgen Zapp vom Institut für Lebensmitteltechnologie NRW Hochschule OWL betreut inzwischen die dritte Bachelorarbeit, die in Kooperation mit dem BUND Lemgo angefertigt wird. Unter Nutzung der Erkenntnisse auch der letzten Arbeit zum Thema Apfelallergie und Polyphenole soll u.a. untersucht werden, ob sich der Polyphenolgehalt von Jahr zu Jahr z.B. witterungsbedingt verändert und welche Rolle dazu die Lagerdauer spielt.

 
Untersucht werden soll auch, ob es Unterschiede zwischen alten und neuen Apfelsorten bei den gesundheitsfördernden Stoffen gibt. So gibt es z.B. zum Vitamin C-Gehalt nur wenige Erkenntnisse, aber alte Sorten wie Ananasrenette, Apfel aus Croncels, Freiherr von Berlepsch, Gelber Edelapfel oder Harberts Renette liegen da weit vor den Supermarktsorten Elstar, Gala, Granny Smith, Golden Delicious, Gloster und Pinova. Auf den Studenten Cisse Tidjani aus Togo kommen da schon umfangreiche Analysen zu. In seiner Heimat werden keine Äpfel angebaut, aber inzwischen importiert und auf den Märkten angeboten. Auf die Frage, warum ausgerechnet er sich mit dem Thema beschäftigt, kommt ein klare Antwort: „In Deutschland ist der Apfel beim Obstkonsum mit Abstand die beliebteste Frucht und wenn viele Menschen allergisch darauf reagieren ist es doch eine spannende Geschichte heraus zu finden was die Ursachen sind und wenn man dann auch noch dazu beitragen kann, dass Allergiker wieder Äpfel essen können, hat eine Bachelorarbeit zum Thema doch einen Sinn.“
 
Willi Hennebrüder vom BUND Lemgo freut sich über das Interesse. „Wir unterstützen mit unseren Möglichkeiten Cisse Tidjani und hoffen, dass er seine Arbeit erfolgreich abschließen kann.“ Wichtig für die Untersuchungen sind dabei die Äpfel aus der Streuobstwiese des BUND Lemgo in BIO-Qualität, die selbstverständlich kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Nur pflücken musste Cisse Tidjani die 23 verschiedenen Apfelsorten mit befreundeten Studenten schon selbst. Dabei erläuterte Willi Hennebrüder auch die Bedeutung des Lebensraumes Streuobstwiesen, die Robustheit vieler alter Apfelsorten, die eigene Abwehrmechanismen gegen Schorf und Schädlinge entwickelt haben. Dieses GEN-Potential ist nach seiner Auffassung noch lange nicht vollständig untersucht und muss daher auch bewahrt werden. Auch bei den gesundheitsfördernden Stoffen weiß man noch lange nicht, in welchem Umfang sie in den alten Apfelsorten im Vergleich zu den Supermarktsorten vorkommen. Allerdings gilt noch immer der Satz „One apple a day keeps the doctor away“.
 
Für Professor Dr. Jürgen Zapp bietet die Sortenvielfalt auf der Streuobstwiese des BUND Lemgo eine einmalige Chance für weitere Forschungen. Für ihn überraschend war die enorme europaweite Resonanz nach der Vorstellung der Ergebnisse der letzten Bachelorarbeit. „Da haben wir wohl einen Punkt getroffen, der von großem Allgemeininteresse ist und von daher ist die Zusammenarbeit mit dem BUND Lemgo auch für uns sehr wertvoll.“
 
 
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