Erfolgreiche deutsch-französische Ausstellung in Gütersloh

(v.l.) Susanne Zimmermann, Karin Delbrügge (Stadt Gütersloh), Historiker Alain Gievis, Archivar Jean-Louis Cirès, Dolmeterscher Alain Houdus, Historiker Norbert Ellermann, Dolmetscherin Maike Johannpeter, Dr. Rolf Westheider (Stadtmuseum), Güterslohs Stadtarchivar Stephan Grimm, Klaus Korte und Stefan Schmidt (Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge). Foto: Stadt Gütersloh

(v.l.) Susanne Zimmermann, Karin Delbrügge (Stadt Gütersloh), Historiker Alain Gievis, Archivar Jean-Louis Cirès, Dolmeterscher Alain Houdus, Historiker Norbert Ellermann, Dolmetscherin Maike Johannpeter, Dr. Rolf Westheider (Stadtmuseum), Güterslohs Stadtarchivar Stephan Grimm, Klaus Korte und Stefan Schmidt (Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge). Foto: Stadt Gütersloh

Gütersloh (gpr). Die deutsch-französische Städtepartnerschaft zwischen Gütersloh und Châteauroux ist immer wieder für eine Überraschung gut. Beim Arbeitsbesuch zur gemeinsamen Ausstellung, die im  kommenden Jahr an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 erinnern soll (wir berichteten), bereicherten Historiker Alain Gievis und Châteauroux Stadtarchivar Jean-Louis Cirès die lokale Quellenlage mit Bildern von französischen Soldaten im damaligen Kriegsgefangenenlager in Gütersloh auf dem Gelände der heutigen LWL-Klinik. Ein Sammler aus der Nähe von Châteauroux hatte sich nach einem Aufruf im März gemeldet.

Das Bildmaterial hat nicht nur seinen historischen, sondern auch seinen symbolischen Wert. Zeigt es doch Elemente einer gemeinsamen Geschichte der beiden Städte, die vor 36 Jahren – nach einer Initiative von Heimkehrern des Zweiten Weltkriegs aus beiden Ländern den Städtepartnerschaftsvertrag unterzeichneten. Was heute unfassbar weit entfernt scheint, war am Anfang des 20. Jahrhundert noch bittere Realität. „Erbfeind“ war die gängige Bezeichnung der Kaiserzeit für die französischen Nachbarn, mit „Hurra“ zogen auch junge Männer aus Gütersloh im August 1914 in einen Krieg, der Millionen Opfer auf den Schlachtfeldern in Europa, Afrika und Asien forderte. Gütersloher Postkarten von der Abfahrt auf dem Bahnhof geben einen Eindruck von der Stimmung, die von der offiziellen Propaganda reichlich geschürt wurde: Ein Spaziergang sollte es werden, ein Flächenbrand ist entstanden.

Die Ausstellung, die im April 2014 im Gütersloher Stadtmuseum und im darauffolgenden Herbst in Châteauroux gezeigt werden soll, greift am Beispiel lokaler Aspekte die Geschichte dieses Krieges in beiden Ländern auf, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Betrachtungsweise, Einzelschicksale, Propaganda und vieles mehr. Fotos, Plakate, Zeitungsartikel, aber auch Monumente oder ein Film aus Châteauroux, der die Heimkehr der Soldaten in die Stadt zeigt, gehören zu den Quellen, die dabei aufbereitet werden. Stadtmuseum, Stadtarchiv, Stadt Gütersloh mit dem Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit und Repräsentation, aber auch der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge sind dabei auf Gütersloher Seite mit im Boot. „Ein ambitioniertes Projekt, das die Zusammenarbeit unserer beiden Städte auf eine neue Weise dokumentiert,“ beschreibt Pressesprecherin Susanne Zimmermann den Ansatz. Das Wochenende mit einem Workshop im Gütersloher Stadtmuseum diente der weiteren Vorbereitung. Jetzt geht es an die Textererstellung, die Übersetzung, die weitere Strukturierung und Gestaltung der Präsentation. Auch die Vorbereitung eines Rahmenprogramms ging in die nächste Runde. Unter anderem sollen Schüler und Schülerinnen aus Tagesbüchern von Soldaten lesen – junge Menschen von 16 bis 18 Jahren, also im gleichen Alter wie viele der jungen Männer, die im 1. Weltkrieg ihr Leben lassen mussten.