Erfahrungen sammeln an der Costa Brava

MEDION Digital CameraGütersloh (gpr). Mitte Juni packte Lena Laukötter ihre Koffer, sie erwartete ein dreiwöchiger Aufenthalt in der spanischen Stadt Palamós. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Reisenden in diesen Tagen war es für die angehende Bachelor of Laws-Absolventin im kommunalen Verwaltungsdienst nicht der Auftakt ihres Urlaubs, sondern der Startschuss für ein Auslandspraktikum im Rahmen ihrer dualen Ausbildung bei der Stadt Gütersloh: Sie arbeitete sechs Tage die Woche in einem spanischen Museum.

Zwei Flugstunden ist das kleine Fischerdörfchen Palamós von Gütersloh entfernt. Zwischen den beiden Städten liegen nicht nur Tausende von Kilometern, sondern auch verschiedene Sprachen, andere Arbeitsweisen und unterschiedliche Mentalitäten. Das hat Lena Laukötter, die sich gerade in der Endphase ihrer dualen Ausbildung Bachelor of Laws im kommunalen Verwaltungsdienst befindet, am eigenen Leib erfahren: „Ich wollte gerne ein Auslandspraktikum absolvieren, am liebsten in Spanien“, erzählt Lena Laukötter. Schließlich habe sie in ihrer Schulzeit drei Jahre Spanischunterricht genossen und wollte ihre Sprachkenntnisse gerne auffrischen. „Eine Voraussetzung für das Auslandspraktikum war der Bezug zur öffentlichen Verwaltung“, fügt die Auszubildende hinzu. Nach kurzer Recherche stieß sie auf die spanische Stadt Palamós, der Partnerstadt von Rheda-Wiedenbrück. Der Kontakt war schnell geknüpft und dem Praktikum stand nichts mehr im Weg.

MEDION Digital CameraSo lernte Lena Laukötter wenig später die Stadt an der Costa Brava persönlich kennen: „Es war eine sehr gute Zeit und ich habe viele neue Erfahrungen gemacht“, zieht die Beckumerin nun zufrieden Bilanz. Sechs Tage die Woche hat sie die Spätschicht im Museum „Museu de la Pesca“ begleitet. „Ich habe Tickets und Souvenirs verkauft aber auch Museumsführungen und –ausflüge begleitet und sie ins Deutsche übersetzt“, fasst sie ihr Aufgabengebiet grob zusammen. Trotz ihrer relativ guten Spanischkenntnisse stellte sie die Sprache vor neue Herausforderungen: Die meisten Einwohner sprechen katalanisch, die Amtssprache von Katalonien. „Ich habe mich mit einer Mischung aus Spanisch und Englisch verständigt. Meine Kollegen haben sich alle viel Mühe gegeben und waren sehr nett“, erzählt Lena Laukötter noch immer begeistert. „Alle waren überraschend offen.“

Ein Höhepunkt ihres dreiwöchigen Aufenthaltes war das beliebte spanische Stadtfest, das „Festa major“, bei dem sich die Stadt eine Woche lang im Ausnahmezustand befand. „Während des Stadtfestes hatten wir am Tag über 1.000 Besucher, viel mehr als sonst“, erinnert sich Lena Laukötter noch gut. Die Arbeitsweise sei nicht vergleichbar mit der der Deutschen: Die Spanier haben eine andere Grundeinstellung zur Arbeit, seien sehr unkompliziert und vieles laufe formlos ab, berichtet die Auszubildende.

An ihrem freien Tag in der Woche hat Lena Laukötter zudem einige Ausflüge gemacht, die Stadt Barcelona besichtigt sowie einige Sehenswürdigkeiten in der Umgebung aufgesucht. Dabei hat sie zahlreiche Freundschaften über die Arbeit im Museum hinaus geknüpft, die sie nun aus der Ferne per E-Mail-Kontakt aufrecht erhält. „Nächsten Sommer möchte ich auf jeden Fall Urlaub in Palamós machen“, ist Lena Laukötter sich schon sicher. Schließlich lädt das kleine Fischerdorf an der Küste gelegen auch zum Entspannen ein – nicht ohne Grund steigt dort die Einwohnerzahl von rund 14.000 im Winter auf gut 90.000 im Sommer an.

BU1: Auslandspraktikum: Lena Laukötter, Auszubildende bei der Stadt Gütersloh, absolvierte ein dreiwöchiges Praktikum im Museum in der spanischen Stadt Palamós.
BU2: Bei der Arbeit: Lena Laukötter erteilte den Besuchern des Museums an der Information Auskünfte.
Fotos: Stadt Gütersloh