Entwicklung des Wulferdingsener Baches macht Fortschritte

Gewaesserprojekt3Detmold/Bad Oeynhausen. In den letzten sechs Jahren hat die Stadt Bad Oeynhausen bereits sechs Maßnahmen im Rahmen des Gewässerentwicklungsprojektes „Weser-Werre-Else“ am Wulferdingsener Bach umgesetzt. Diese dienten der naturnahen Gewässerentwicklung und der Verbesserung des natürlichen Hochwasserschutzes durch Schaffung von Rückhalteflächen in ortsfernen Gewässerabschnitten auf einer Gesamtstrecke von über einem Kilometer. „Seit Umsetzung der Maßnahmen haben bereits zahlreiche Hochwasserereignisse in diesen Gebieten gezeigt, wie wirkungsvoll der lokale Hochwasserschutz als auch die Entwicklung einer natürlichen Bachaue für Tiere und Pflanzen sind“, erläutert Birgit Rehsies, Wasserwirtschaftsdezernentin bei der Bezirksregierung Detmold. 

Gleichzeitig führen diese Maßnahmen zu einer Optimierung der Lebensbedingungen für auentypische Tier- und Pflanzenarten, da strukturreiche Gewässer und ihr Gewässerumfeld  ihnen neue Lebensräume bieten. Viele Insektenarten, wie vor allem Libellen, Schmetterlinge, Amphibien und auch viele Vogelarten finden neue Rückzugsgebiete auf Feuchtwiesen und in Auwäldern. Feuchtigkeitsliebende Pflanzen wie Blutweiderich, Sumpfschwertlilie, Igelkolben, Binsen und Sauergrasarten haben sich in den neu geschaffenen Uferzonen und auf den der Rückhaltung dienenden Flächen angesiedelt. 

Gewaesserprojekt1Der Wulferdingsener Bach dient im ländlich geprägten Raum im Oberlauf vornehmlich als Vorflut für landwirtschaftlich genutzte Flächen. Dabei haben einzelne Gewässerabschnitte vorwiegend einen geradlinigen Verlauf, wobei das Bachwasser insbesondere bei Hochwasserereignissen schnell talwärts geführt wird. Durch Verfüllung der ursprünglichen Gewässerauen und deren landwirtschaftliche Nutzung besteht keine Möglichkeit mehr zur notwendigen Wasserrückhaltung in den Außenbereichen. Weiter Bach abwärts durchfließt der Wulferdingsener Bach Wohn- und Gewerbegebiete, die teilweise direkt an den Bach angrenzen. Daher existiert in den Ortslagen durch die Nähe zum Bach abschnittsweise keine Gewässerraue mehr, die bei Hochwasser als Rückhaltefläche dient und zahlreichen selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum bieten sollte.

Beschreibung der Maßnahme

GewaesserprojektVorherZwischen Fasanenstraße und Heuental soll eine natürliche Aue angelegt werden, durch die sich zukünftig ein natürlicher Bachlauf schlängeln wird. Derzeit fließt der geradlinige und strukturarme Bach in einem Trapezprofil talwärts. Eine Gewässeraue ist nicht mehr vorhanden, zu dicht sind die landwirtschaftlichen Flächen an das Fließgewässer vorgerückt. Unmittelbar südlich der Straße Heuental schließt sich ein circa 200 Meter langer Bachabschnitt an, der vor vier Jahren komplett renaturiert wurde. Mittlerweile hat sich hier eine artenreiche Tier- und Pflanzengemeinschaft etabliert. Neben dem Hochwasserrückhalt in der Aue wird das durch landwirtschaftliche Flächen eingetragene stark überdüngte Bachwasser im naturnah gestalteten Tal ganz wesentlich durch die Filterwirkung des Pflanzenbewuchs gereinigt.   

Die aktuelle Umbaustrecke hat eine Gesamtlänge von rund 250 Meter. Vor zwei Wochen wurde bereits eine natürliche Bachaue modelliert. Jetzt wird der strukturarme Wulferdingsener Bach in die frisch ausgebaggerte Aue verlegt und dabei ein leicht geschwungener Verlauf mit unterschiedlich geneigten Böschungen ähnlich der Naturform angelegt. Hier steht neben dem Hochwasserschutz die naturnahe Gewässerentwicklung im Vordergrund.   
Diese Arbeiten sind Teil des Gewässerentwicklungs- und Beschäftigungsprojektes „Weser-Werre-Else“. Ziel des Beschäftigungsprojektes ist es, in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke seit 2004 kleinere Verbesserungen an den Gewässern umzusetzen. Neben der naturnahen Geewässerentwicklung spielten bei der Projektidee auch die Schaffung von Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Arbeitslosengeld-II-Empfänger und die Förderung der heimischen Wirtschaft eine bedeutende Rolle. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Schaffung der Akzeptanz bei Bürgerinnen und Bürgern zur erfolgreichen Durchführung der Maßnahmen. Das Projekt wird zu 80 Prozent aus Landesmitteln gefördert.  
Weitere Informationen unter:

www.weser-werre-else.de

www.weser.nrw.de

BU1: Arbeiten an der Sohlgleite (von links): Wasin Lasisi, Vorarbieter Jürgen Schaper, Salah Zreikat
BU2: Der Bautrupp modelliert das neue Gewässerbett: (von links) Vorarbeiter Jürgen Schaper, Wasin Lasisi und Salah Zreikat
BU3: Begradigt und naturfern: Der Abschnitt des Wulferdingsener Baches vor der Baumaßnahme.
Fotos: Bezirksregierung Detmold