Einweihung des Kasinogartens Hohenloh

Detmold. In eineinhalbjähriger Bauzeit wurde der unter Denkmalschutz stehende Garten des ehemaligen Kasinos am Walter-Bröker-Ring in Hohenloh wiederhergestellt. Auf der Grundlage von Empfehlungen der Fachabteilung Gartendenkmalpflege des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege in Münster erneuerte die EUWATEC gGmbH in enger Zusammenarbeit mit dem Christlichen Schulförderverein Lippe e.V. die aus den 1930er Jahren stammende Anlage. Am 26. Oktober fand die feierliche Einweihung statt.

Zur Feier der Fertigstellung des Kasinogartens kamen auf Einladung des Christlichen Schulfördervereins die Baubeteiligten und die Nachbarn am vergangenen Freitag zusammen. Nach der Einweihung des neuen Standortes des Musik-Colleges und dem Baubeginn der Erschließungsarbeiten  für das ehemalige Munitionsdepot ist die Fertigstellung des Kasinogartens ein weiterer wichtiger Fortschritt für die Entwicklung des Quartiers Hohenloh.

Ein Blick zurück in die Entwürfe der Vergangenheit zeigt, dass die Erhaltung des Kasinogartens keine Selbstverständlichkeit ist. Zu Beginn der Planungen zur zivilen Umnutzung des Fliegerhorstes gab es ein Konzept für eine optimierte Nachverdichtung. Dieses sah für den Kasinogarten eine Wohnbebauung entlang des Walter-Bröker-Rings vor. Später erschien eine Darstellung als Kinderspielplatz in den Plänen. Im Zusammenhang mit dem Abschluss des städtebaulichen Vertrages über die Entwicklung des Areals wurde zwischen der Stadt Detmold und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben letztlich die Erhaltung des Kasinogartens als Grünfläche vereinbart.

Bedauerlicherweise gab es aber lange Zeit Niemanden, der die Verantwortung für die Fläche tragen wollte. Wegen der hohen Unterhaltungskosten waren weder die Stadt Detmold noch das benachbarte Gemeindepsychiatrische Zentrum (GPZ) an der Übernahme des Kasinogartens interessiert. Umso mehr ist anzuerkennen, dass der Christliche Schulförderverein ihn erworben und umgestaltet hat. In der Nachbarschaft der attraktiven Außenanlagen des GPZ ist damit ein weiteres Schmuckstück für das Quartier Hohenloh entstanden.

Hervorzuheben ist dabei das Engagement der EUWATEC-Mitarbeiter. Sie haben die Parkanlage in mühevoller Handarbeit erneuert. Besonders aufwendig war die Wiederherstellung der Trockenmauer als Abschluss der Terrasse des Kasinogebäudes. Die Steine mussten zunächst  abgetragen und zum Wiederaufbau auf Paletten zwischengelagert werden. Besorgte Bürger betrachteten das Vorhaben mit Skepsis. Zuletzt waren auch sie erfreut, dass die Mauer nach historischem Vorbild wiederaufgebaut wurde. Grundlage für die Wiederherstellung des Kasinogartens waren Empfehlungen der Gartendenkmalpflege-Experten des LWL-Landschaftsverban­des in Münster. Das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen der EUWATEC und dem Christlichen Schulförderverein findet auch unter Fachleuten hohe Anerkennung.

Der Kasinogarten kann nach Fertigstellung des benachbarten Wohnungsbauprojektes ein Ort der Begegnung für die Bewohner werden. Gespannt sein darf man auf die zukünftige Umnutzung des Kasinogebäudes. Zu wünschen ist, dass viele Bürger die Gelegenheit haben werden, von der Terrasse den Blick über den Kasinogarten zu genießen.