EINSPRUCH – Kunstausstellung von Studierenden im Land- und Amtsgericht Paderborn

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Paderborn. Zum zweiten Mal erheben vier Künstlerinnen und Künstler aus Paderborn in den Räumen des Land- und Amtsgerichtes EINSPRUCH: Die ausgestellten Arbeiten beziehen sich inhaltlich, ästhetisch oder in ihrer Präsentation auf die Funktionen und die Räumlichkeiten des Gerichts mit seiner besonderen Architektur der 50er Jahre, wodurch der Standort selbst Teil der Ausstellung, möglicherweise sogar zum Exponat, wird.

Anell Bernard befasst sich mit dem vor Ort vorgefundenen Farb- und Formenspektrum, welches sie in Malereien, Collagen und Druckgrafiken überführt: Die verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen greifen das minimalistische Formenrepertoire und die Farbkulisse des Gebäudes auf und laden dazu ein, das Landgericht genauer zu erkunden und sich auf eine Spuren-, Farb- und Formsuche zu begeben.

Uta Lücking stellt dem Gericht die Zentrale Unterbringungseinrichtung des Kolping-Bildungswerkes in Nieheim gegenüber, das für ein Jahr Kurzzeitaufenthaltsort für Asylbewerber war. Eine Gruppe von Nachbarn forderte die Errichtung eines Sichtschutzzaunes. In der Ausstellung werden vier bearbeitete Original-Elemente dieser Wand gezeigt, die gemeinsam mit Bewohnern und Mitarbeitern der Einrichtung entnommen wurden, sowie andere Arbeiten, die aus dieser Begegnung hervorgegangen sind.

Peter Lepp setzt sich mit physischen und psychischen Grenzen auseinander, die er mittels Malerei und einer raumgreifenden Installation erforscht. Desweiteren geht er in tektonischen Plastiken und figürlichen Mixed-Media-Malereien auf Formen zwischen Fortschritt, Stillstand und Entwicklung ein.

Anna Heggemann beschäftigt sich mit dem Gegensatz zwischen Innen und Außen, zwischen Vorher und Nachher. Malerisch und fotografisch werden Merkmale der Architektur des Gerichtsgebäudes aufgegriffen, die physischen und psychischen Auswirkungen von Funktionen des Gebäudes werden in mehreren plastischen Arbeiten und einer Installation im Innen- und Außenbereich verarbeitet.

Die Vernissage findet am 6. Mai 2014 um 18 Uhr im Gerichtsgebäude, Am Bogen 2 – 4, 33098 Paderborn statt. Nach der Begrüßung durch Klemens Thiemann, Präsident des Landgerichts, sprechen Prof. Dr. Dorothee M. Meister und Prof. Dr. Volker Peckhaus. In die Ausstellung einführen wird Prof. Dr. Sabiene Autsch. Die Ausstellung ist bis zum 18. Juli, Montags und Dienstags von 8-16 Uhr und Mittwochs bis Freitags 8 bis 15.30 Uhr, geöffnet.