Löwenmäulchen, Mangold und Eisenkraut

1 Gärtner Meier1Gütersloh (gpr). Im Botanischen Garten strahlen die Sommerblumenbeete mit der Sonne zurzeit um die Wette: die frischen Gelb-, Orange- und Blautöne der Pflanzen sind ein Spiegelbild der sommerlichen Temperaturen mit strahlend blauem Himmel. Ein harmonischer Anblick, der zahlreiche Gütersloherinnen und Gütersloher bei einem gemütlichen Spaziergang durch das grüne Herz der Stadt immer wieder aufs Neue begeistert und beeindruckt. Was wie ein Zauber wirkt, ist das Handwerk der städtischen Gärtner. Hinter der Blumenpracht stecken eine präzise Planung, eine sorgfältige Pflege und viele grüne Daumen.

Die Sommerblumenbeete im Botanischen Garten sind schon immer ein Hingucker in Gütersloh gewesen – das neue Bepflanzungskonzept, das statt klarer Strukturen bunte Beete präsentiert, kommt seit zwei Jahren besonders gut bei den Besuchern an. „Wir haben in diesem Jahr die Beete ganz anders als im vergangenen Sommer angelegt“, erzählt Stadtgärtner Detlev Meier, „während wir im letzten Jahr alles in rosa und lila Pastellfarben gehalten haben, haben wir nun ein harmonisches Gesamtbild mit gelben, blauen und weißen Sommerblumen geschaffen.“ Eine Komposition aus Löwenmäulchen, Sonnenhut, Mangold und Gräsern in Verbindung mit Dahlien, Spinnenblumen und Süßkartoffeln.

2 Hagelschäden2Doch die Pflanzen wurden in den vergangenen Wochen gleich zweimal einer Härteprüfung unterzogen: Die beiden starken Unwetter mit tennisballgroßen Hagelkörnern haben genauso wie in den heimischen Beeten auch im Botanischen Garten ihre Spuren hinterlassen. „Nach dem Sturm und den Hagelschauern lagen die Blumen alle platt auf der Erde, es sah richtig verwüstet aus“, erinnert sich Meier noch gut an den Anblick. Doch zum Glück haben die Pflanzen das doppelte Unwetter ohne größere Schäden überstanden: Nach einigen Tagen haben sich die Blüten und die Blätter wieder aufgerichtet. „Einige abgeknickte Stiele mussten wir ausschneiden und viele Blätter sind von den spitzen Hagelkörnern durchlöchert worden, aber alles in allem haben sich die Sommerblumen wieder gut erholt“, sagt Meier erfreut. Davon können sich die Besucher auch selbst überzeugen: Mittlerweile sind dank des unermüdlichen Einsatzes der Mitarbeiter des Fachbereichs Grünflächen weitestgehend alle Spuren von dem Unwetter rund um den Stadtpark beseitigt.

Doch die heißen Temperaturen sorgen für viel Arbeit bei den Gärtnern: Die regelmäßige Bewässerung hat dabei Priorität. „Ungefähr alle drei Tage gießen wir im Moment die Pflanzen ganz intensiv“, so Meier. Da die Sommerblumenbeete dicht bewachsen sind und durch die geschlossene Bodendecke nur wenig Sonnenlicht dringt, kann das Wasser trotz des Sandbodens gut gespeichert werden. „Das intensive Bewässern ist sehr wichtig“, betont Meier, „entweder früh morgens oder abends, Hauptsache ohne direkte Sonneneinstrahlung.“ Übrigens: Umso dichter die Beete bepflanzt sind, umso weniger Unkraut bildet sich. Darum rät der erfahrene Stadtgärtner, schon bei der Planung der eigenen Beete die Pflege mit zu berücksichtigen. Denn bei einem dicht bewachsenen Sommerblumenbeet hat nicht nur das Unkraut kaum eine Chance, sondern es nimmt den Pflanzen auch keine Nährstoffe und keinen Platz weg. Und wenn dann noch regelmäßig die verblühten Stiele ausgeschnitten werden, steht einem blühenden Sommerbeet nichts mehr im Weg. „Das Schöne ist, dass immer Bewegung und Leben auf den Beeten ist: Schmetterlinge, Bienen und Hummeln tummeln sich auf den Blüten“, schwärmt Meier. Von Mai bis Mitte Oktober sind die Sommerblumenbeete ein echter Augenschmaus für alle Naturliebhaber und ein Besuch zu jeder Tageszeit lohnt sich. „Wenn Morgentau auf den Beeten liegt, glitzern die Gräser.“

BU1: Eingetaucht in Löwenmäulchen, Mangold und Dahlien: Gärtner Detlev Meier vom Fachbereich Grünflächen hat zusammen mit seinen Kollegen das neue Bepflanzungskonzept auf den Sommerblumenbeeten umgesetzt. (Foto: Gütersloh)
BU2: Schäden vom Unwetter: Die tennisballgroßen Hagelkörner haben in den Blättern des Mangolds Löcher hinterlassen. (Foto: Gütersloh)