Eine Ausstellung an drei Orten: Reinhart Koselleck und das Bild

Eine Ausstellung an drei Orten: Reinhart Koselleck und das Bild

Begleitprogramm:  Vorträge, Führungen und fotografische Interventionen

Inschrift an einem Haus - Via del Progresso, 23.06.1977.

Inschrift an einem Haus – Via del Progresso, 23.06.1977.

Bielefeld. Reinhart Koselleck (1923-2006) gehört zu den wichtigsten Historikern des 20. Jahrhunderts. Weniger bekannt ist, dass sich der Bielefelder Historiker intensiv mit Bildern und Bildlichkeit beschäftigte. Fotografierend, zeichnend und schreibend ging Koselleck der Frage nach der bildlichen Dimension der Geschichte und ihrer Erforschung nach. „Reinhart Koselleck und das Bild“ zeigt  ab dem 18. April in der  Universität Bielefeld,  im Zentrum für interdiszip-linäre Forschung (ZiF) und im Kunstverein Bielefeld über 600 Fotografien und ausgewählte Exponate des Historikers. Gäste aus ganz Deutschland kommen während der Laufzeit April bis Juli für begleitende Vorträge und Diskussionen nach Bielefeld. Außerdem gibt es Führungen und fotografische Interventionen von Studierenden während der Ausstellung.

Den Mittelpunkt der Ausstellung bilden Kosellecks Fotografien aus Europa und den USA. Sein  Bildnachlass wird heute im Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte–Bildarchiv Foto Marburg aufbewahrt. Für die Ausstellung wurde eine Auswahl von Bild Konvoluten nach Bielefeld geholt, die als Reproduktionen und im Original gezeigt werden.

Fotografie aus dem Konvolut: Reiterdenkmäler für Friedrich Wilhelm IV, Wilhelm I, Friedrich III und Wilhelm II an der Hohenzollernbrücke, Köln, 02.2001

Fotografie aus dem Konvolut: Reiterdenkmäler für Friedrich Wilhelm IV, Wilhelm I, Friedrich III und Wilhelm II an der Hohenzollernbrücke, Köln, 02.2001

Kuratorinnen und Projektleiterinnen sind die Geschichtswissenschaftlerin Dr. Bettina Brandt und die Kunsthistorikerin Dr. Britta Hochkirchen von der Universität Bielefeld. Kurator des Ausstellungsteils im Bielefelder Kunstverein ist Direktor Thomas Thiel. Die Ausstellung wird parallel an drei für Koselleck wichtigen Orten in Bielefeld gezeigt, denen jeweils ein Leitgedanke seiner Forschung zugeordnet ist.

Der Ausstellungsort „Zeitschichten“ in der Abteilung Geschichtswissenschaft der Universität Bielefeld zeigt vom 18. April bis 20. Juli, wie Kosellecks Fotografien seine Überlegungen zu gleichzeitigen, aber in unterschiedlichen Geschwindigkeiten verlaufenden Wandlungsprozessen widerspiegeln. Ausgestellt wird in der Universität Bielefeld, wo er forschte und lehrte.

Eröffnung mit Vortrag von Professor Dr. Hubert Locher, Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, über „Spuren der Geschichte im Bild. Überlegungen zum Interesse der Kunstgeschichte am politischen Bild in Kosellecks Zeit“. Zeit und Ort: Mittwoch, 18. April, 18 Uhr, Universität Bielefeld, Gebäude X, Universitätsstraße 25, 33615 Bielefeld, Hörsaal E0-001

Podiumsdiskussion: „Warum es sich lohnt, Wissenschaft künstlerisch gestalterisch zu reflektieren und auszustellen“ mit dem Kuratorenteam sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Gestaltung und Kunst aus Bielefeld, Berlin und Leipzig. Zeit und Ort: Dienstag, 5. Juni, 18 Uhr, Universität Bielefeld, Gebäude X, Raum X-B2-103

Ort und Zeit: Abteilung für Geschichtswissenschaft, Universität Bielefeld, Gebäude X-A2, Universitätsstraße 25, 33615 Bielefeld, geöffnet:  Mo. bis Fr. 10 bis 17 Uhr, Eintritt frei

„Erinnerungsschleusen“ im Bielefelder Kunstverein konzentriert sich vom 21. April bis 8. Juli auf die Folgen der beiden Weltkriege und die daraus resultierenden unterschiedlichen Formen und Orte des Erinnerns. Reinhart Koselleck war langjähriges Mitglied im Bielefelder Kunstverein und häufiger Besucher.
 
Eröffnung: 20. April um 19 Uhr
Vorträge: Künstler Arne Schmitt über: „Basalt. Skizzen für eine Materialikonografie am Anfang des 21. Jahrhunderts mit Seitenblick auf das historische Werk von Reinhart Koselleck“ (Samstag, 21. April, 15 Uhr); Professor Dr. Steffen Siegel, Folkwang Universität der Künste, Essen, zu „Orientierung in der Fotosphäre“ (Dienstag,
15. Mai, 19 Uhr)
Infos: Bielefelder Kunstverein, Welle 61, 33602 Bielefeld, geöffnet: Do. bis Fr. 15 bis 19 Uhr, Sa. bis So. 12 bis 19 Uhr, Mo bis Mi nach telefonischer Vereinbarung, Eintritt: 3 Euro (1,50 Euro ermäßigt), freier Eintritt für Kunstvereinsmitglieder, Inhaber des Bielefeld Passes, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren und freitags.
 
„Politische Sinnlichkeit“ im ZiF thematisiert vom 24. April bis 17. Juli Reinhart Kosellecks fotografische Untersuchungen dazu, wie das Politische über den Sehsinn in den Körper eindringt, ob anhand eines Reiterstandbilds oder anhand von Pferdespielzeug. Reinhart Koselleck gehörte von 1974 bis 1979 dem Direktorium des ZiFs an.
 
Eröffnung: 24. April, 18 Uhr
•Ort und Zeiten: ZiF, Methoden 1, 33615 Bielefeld, geöffnet: Mo. bis Do. 9 bis 15.30 Uhr, Fr. 9 bis 14 Uhr, Eintritt
frei
 
Das Begleitprogramm mit weiteren Ausstellungsveranstaltungen ist hier einsehbar:
 

Fotos: © Bildarchiv Foto Marburg / Fotograf: Reinhart Koselleck

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